Der Mount Everest ist mit offiziell 8.848,86 Metern der höchste Berg der Erde über dem Meeresspiegel und zugleich eines der bekanntesten Naturwunder unseres Planeten. Er liegt im Himalaya direkt auf der Grenze zwischen Nepal und Tibet in China. Für Bergsteiger bedeutet der Everest bis heute die vielleicht berühmteste Herausforderung des Höhenbergsteigens – allerdings auch eine Unternehmung, bei der extreme Kälte, Sauerstoffmangel, Gletscherspalten, Lawinen und Wetterumschwünge jederzeit lebensgefährlich werden können.
Seine Faszination hat dennoch kaum nachgelassen. Im Gegenteil: Die Frühjahrssaison 2026 gehörte zu den geschäftigsten in der Geschichte des Mount Everest. Nepal vergab rund 495 Everest-Genehmigungen, während einschließlich Bergführern und Hochträgern mehr als 1.000 Gipfelerfolge gemeldet wurden. An einem einzigen Tag erreichten 274 Menschen von der nepalesischen Seite aus den Gipfel – ein neuer Rekord für diese Route.
Gleichzeitig wird deshalb erneut darüber diskutiert, wie viele Menschen den höchsten Berg der Welt gleichzeitig besteigen sollten und welche Erfahrung zukünftige Everest-Aspiranten nachweisen müssen.
Mount Everest Steckbrief
| Merkmal | Information |
| Name | Mount Everest |
| Höhe | 8.848,86 Meter |
| Gebirge | Himalaya |
| Lage | Grenze zwischen Nepal und Tibet/China |
| Nepalesischer Name | Sagarmatha |
| Tibetischer Name | Qomolangma / Chomolungma |
| Erstbesteigung | 29. Mai 1953 |
| Erstbesteiger | Edmund Hillary und Tenzing Norgay |
| Erste Frau auf dem Gipfel | Junko Tabei, 1975 |
| Erste Besteigung ohne Zusatzsauerstoff | Reinhold Messner und Peter Habeler, 1978 |
| Erste Solo-Besteigung | Reinhold Messner, 1980 |
| Häufigste Route | Südostgrat über Nepal |
| Hauptsaison | April und Mai |
| Todeszone | oberhalb von etwa 8.000 Metern |
| Everest-Permit Nepal Frühjahr 2026 | 15.000 US-Dollar für ausländische Bergsteiger |
| Rekord Besteigungen | Kami Rita Sherpa: 32 Gipfelerfolge, Stand 2026 |
| Rekord Frauen | Lhakpa Sherpa: 11 Gipfelerfolge, Stand 2026 |
Die heute offiziell anerkannte Höhe von 8.848,86 Metern wurde 2020 nach gemeinsamen Vermessungen von Nepal und China bekannt gegeben.
Wo liegt der Mount Everest?
Der Mount Everest befindet sich im Mahalangur-Himal, einem Teil des Himalaya. Sein Gipfel liegt genau auf der internationalen Grenze zwischen Nepal im Süden und dem Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China im Norden.
Deshalb lässt sich der Everest grundsätzlich von zwei Seiten besteigen. Die klassische südliche Route beginnt in Nepal, während die Nordroute über Tibet verläuft.
Die nepalesische Seite ist heute die deutlich stärker kommerzialisierte Route. Von Kathmandu reisen Bergsteiger normalerweise zunächst nach Lukla und anschließend zu Fuß durch das Khumbu-Gebiet über Orte wie Namche Bazaar zum Everest Base Camp.
Der Berg besitzt außerdem verschiedene Namen. In Nepal heißt er Sagarmatha, während der traditionelle tibetische Name Qomolangma beziehungsweise Chomolungma lautet. Der international gebräuchliche Name Mount Everest erinnert dagegen an den britischen Vermesser Sir George Everest.
Wie hoch ist der Mount Everest wirklich?
Die offizielle Höhe des Mount Everest beträgt 8.848,86 Meter über dem Meeresspiegel.
Über Jahrzehnte wurden unterschiedliche Werte verwendet, weil Nepal und China teilweise unterschiedliche Messmethoden anwendeten. Eine entscheidende Frage war beispielsweise, ob lediglich die Felshöhe oder zusätzlich die Schnee- und Eiskappe des Gipfels berücksichtigt werden sollte.
Nach neuen Vermessungen einigten sich Nepal und China schließlich auf 8.848,86 Meter. Die gemeinsame Höhe wurde am 8. Dezember 2020 offiziell bekannt gegeben.
Damit bleibt Everest der höchste Berg der Erde, wenn die Höhe über dem Meeresspiegel als Maßstab verwendet wird.
Das bedeutet allerdings nicht, dass er in jeder denkbaren Definition der „größte“ Berg ist. Misst man beispielsweise einen Berg vom Fuß bis zum Gipfel, können andere Berge andere Rekorde beanspruchen. Für die international übliche Höhenangabe über dem Meeresspiegel bleibt der Mount Everest jedoch unangefochten die Nummer eins.
Wer hat den Mount Everest zuerst bestiegen?
Die erste bestätigte erfolgreiche Besteigung des Mount Everest gelang dem Neuseeländer Edmund Hillary und dem Sherpa Tenzing Norgay.
Am 29. Mai 1953 um etwa 11.30 Uhr erreichten beide über den Südostgrat den Gipfel. Sie gehörten zu einer britischen Expedition unter Leitung von John Hunt und verbrachten nur ungefähr 15 Minuten auf dem höchsten Punkt der Erde.
Ihr Erfolg machte Hillary und Tenzing weltweit berühmt.
Allerdings waren sie nicht die ersten Menschen, die versuchten, den Everest zu besteigen. Besonders rätselhaft bleibt bis heute die Expedition von George Mallory und Andrew Irvine aus dem Jahr 1924. Beide verschwanden in großer Höhe. Ob sie den Gipfel vor ihrem Tod möglicherweise erreichten, konnte nie zweifelsfrei bewiesen werden.
Deshalb gelten Hillary und Tenzing als die ersten nachweislich erfolgreichen Everest-Besteiger.
Die wichtigsten Mount-Everest-Rekorde
Seit 1953 haben Bergsteiger zahlreiche außergewöhnliche Rekorde am Mount Everest aufgestellt.
Erste Frau auf dem Mount Everest
Die Japanerin Junko Tabei erreichte am 16. Mai 1975 als erste Frau den Everest-Gipfel. Später wurde sie außerdem zur ersten Frau, die die höchsten Berge aller sieben Kontinente bestieg.
Erste Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff
Lange hielten Mediziner eine Everest-Besteigung ohne Flaschensauerstoff für kaum vorstellbar.
Am 8. Mai 1978 bewiesen Reinhold Messner und Peter Habeler jedoch das Gegenteil. Sie erreichten den Gipfel erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Messner ging zwei Jahre später noch weiter.
Am 20. August 1980 gelang ihm die erste Solo-Besteigung des Everest – ebenfalls ohne zusätzlichen Sauerstoff.
Wer hat den Mount Everest am häufigsten bestiegen?
2026 baute der nepalesische Bergführer Kami Rita Sherpa seinen Weltrekord weiter aus.
Am 17. Mai 2026 erreichte er den Gipfel zum 32. Mal. Seine erste erfolgreiche Everest-Besteigung hatte er bereits 1994 absolviert.
Bei den Frauen hält Lhakpa Sherpa den Rekord. Ebenfalls am 17. Mai 2026 stand sie zum elften Mal auf dem Everest.
Diese Rekorde zeigen gleichzeitig, welche zentrale Rolle Sherpas und andere nepalesische Höhenbergsteiger bei Everest-Expeditionen spielen. Sie sichern Routen, transportieren Material, bauen Lager auf und begleiten internationale Expeditionen.
Wie läuft eine Mount-Everest-Besteigung ab?
Eine Everest-Besteigung besteht nicht einfach aus einem einzigen langen Aufstieg. Expeditionen verbringen normalerweise mehrere Wochen am Berg, weil sich der Körper langsam an die extreme Höhe gewöhnen muss.
Auf der populären Südroute beginnt die eigentliche Expedition am Everest Base Camp auf rund 5.364 Metern.
Von dort folgen mehrere Hochlager.
Typischerweise verläuft die Route über:
Base Camp → Khumbu Icefall → Camp I → Western Cwm → Camp II → Lhotse Face → Camp III → South Col/Camp IV → Balcony → South Summit → Gipfel.
Vor dem endgültigen Gipfelversuch steigen die Bergsteiger während der Akklimatisierung mehrfach in höhere Lager auf und anschließend wieder ab.
Diese Methode hilft dem Körper, sich zumindest teilweise an den immer geringeren Sauerstoffdruck anzupassen.
Für die gesamte Expedition müssen deshalb häufig sechs bis acht Wochen oder länger eingeplant werden.
Warum ist der Khumbu Icefall so gefährlich?
Eine der gefährlichsten Passagen der nepalesischen Everest-Route liegt erstaunlicherweise relativ weit unten.
Der Khumbu Icefall besteht aus einem sich ständig bewegenden Gletscher mit riesigen Eistürmen, Spalten und instabilen Eisblöcken.
Leitern überspannen teilweise tiefe Gletscherspalten. Gleichzeitig können sogenannte Seracs – große Türme oder Blöcke aus Gletschereis – ohne Vorwarnung zusammenbrechen.
Wie dynamisch dieser Abschnitt ist, zeigte auch die Saison 2026. Ein massiver Serac blockierte die Route und verzögerte die Vorbereitung des Weges durch den Khumbu Icefall um rund 19 Tage. Erst Ende April konnte die Passage wieder geöffnet werden.
Besonders gefährdet sind die sogenannten Icefall Doctors, die jedes Frühjahr die Route durch das Eis vorbereiten, Leitern installieren und Wege sichern.
Was bedeutet Todeszone am Mount Everest?
Oberhalb von etwa 8.000 Metern beginnt im Höhenbergsteigen die sogenannte Todeszone.
Dort ist der Sauerstoffpartialdruck so niedrig, dass sich der menschliche Körper nicht dauerhaft an die Bedingungen anpassen kann. Selbst während der Ruhephase baut der Organismus zunehmend ab.
Die Folgen können unter anderem sein:
- starke Erschöpfung
- verlangsamte Reaktionen
- Orientierungsschwierigkeiten
- eingeschränktes Urteilsvermögen
- schwere Höhenkrankheit
- Höhenlungenödem
- Höhenhirnödem
- Erfrierungen
- Bewusstlosigkeit
Genau deshalb versuchen Expeditionen, möglichst wenig Zeit oberhalb von 8.000 Metern zu verbringen.
Viele kommerzielle Everest-Bergsteiger verwenden zusätzlichen Sauerstoff. Dennoch beseitigt dieser das Risiko keineswegs. Technische Probleme, extreme Kälte, Stürme oder lange Warteschlangen können in dieser Höhe schnell lebensbedrohlich werden.
Wie gefährlich ist der Mount Everest?
Trotz moderner Ausrüstung bleibt der Mount Everest gefährlich.
Die Himalayan Database verzeichnet mehr als 340 Todesfälle am Everest. Gleichzeitig zeigen neuere wissenschaftliche Auswertungen, dass die Sterblichkeit in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen ist. Verbesserte Wettervorhersagen, Kommunikation, Sauerstoffsysteme, medizinische Kenntnisse und professionellere Expeditionslogistik haben die Sicherheit erhöht.
Zu den wichtigsten Gefahren gehören:
- extreme Höhe und Sauerstoffmangel
- Höhenkrankheit
- Lawinen
- Gletscherspalten
- zusammenbrechende Seracs
- Stürze
- extreme Kälte
- Sturm und Jetstream-Winde
- Erschöpfung
- technische Probleme mit Sauerstoffsystemen
- lange Wartezeiten auf engen Passagen
Besonders kritisch ist häufig der Abstieg. Wer den Gipfel erreicht, hat die Expedition noch nicht beendet. Kraftreserven sind zu diesem Zeitpunkt oft nahezu aufgebraucht, während Konzentration und Koordination gleichzeitig durch die Höhe beeinträchtigt werden.
Warum benutzen Bergsteiger Sauerstoff?
Auf Meereshöhe steht dem Körper erheblich mehr Sauerstoff zur Verfügung als auf knapp 8.850 Metern.
Deshalb verwenden die meisten Everest-Bergsteiger oberhalb bestimmter Höhen Flaschensauerstoff. Er kann Leistungsfähigkeit und Konzentration verbessern und das extreme Sauerstoffdefizit teilweise ausgleichen.
Allerdings ist eine Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff möglich.
Messner und Habeler bewiesen dies 1978 erstmals. Solche Besteigungen bleiben jedoch eine wesentlich anspruchsvollere Form des Höhenbergsteigens und werden nur von sehr erfahrenen Alpinisten versucht.
Wie kalt ist es auf dem Mount Everest?
Auf dem Everest herrschen selbst während der Hauptsaison extreme Bedingungen.
In Gipfelnähe liegen die Temperaturen häufig weit unter dem Gefrierpunkt. Durch starken Wind kann die gefühlte Temperatur nochmals erheblich sinken.
Besonders problematisch ist der Jetstream. Dieses Starkwindband kann zeitweise direkt über dem Everest liegen und Bedingungen erzeugen, unter denen eine Besteigung praktisch unmöglich wird.
Deshalb warten Expeditionen teilweise wochenlang auf ein sogenanntes Wetterfenster.
Meist entsteht im Mai eine kurze Phase, in der der Jetstream vorübergehend nach Norden wandert und Windgeschwindigkeit sowie Wetterbedingungen einen Gipfelversuch ermöglichen.
Wann ist die beste Zeit für eine Mount-Everest-Besteigung?
Die wichtigste Everest-Saison liegt im Frühjahr, insbesondere im Mai.
Das hat mehrere Gründe. Vor Beginn des südasiatischen Monsuns können sich kurze Phasen mit vergleichsweise stabilem Wetter entwickeln. Außerdem ist die extreme Winterkälte bereits etwas zurückgegangen.
Deshalb findet der überwiegende Teil der kommerziellen Expeditionen zwischen April und Ende Mai statt.
Auch im Herbst sind Expeditionen grundsätzlich möglich. Sie sind jedoch deutlich seltener.
Winterbesteigungen gehören dagegen zu den schwierigsten Herausforderungen im Himalaya, weil extreme Kälte, starke Winde und kurze Tage die ohnehin gefährlichen Bedingungen zusätzlich verschärfen.
Wie viel kostet die Besteigung des Mount Everest 2026?
Allein die staatliche Genehmigung ist teuer.
Seit dem 1. September 2025 verlangt Nepal von ausländischen Bergsteigern für die normale Everest-Route während der Frühjahrssaison 15.000 US-Dollar pro Person.
Damit stieg die Gebühr von zuvor 11.000 Dollar deutlich an.
Für die Normalroute gelten 2026 folgende staatliche Gebühren:
| Saison | Everest-Permit für Ausländer |
| Frühjahr | 15.000 US-Dollar |
| Herbst | 7.500 US-Dollar |
| Winter/Sommer | 3.750 US-Dollar |
Dabei handelt es sich ausschließlich um die staatliche Genehmigungsgebühr.
Eine komplette Expedition kostet erheblich mehr. Hinzu kommen beispielsweise Bergführer, Sherpa-Unterstützung, Sauerstoffflaschen, Zelte, Essen, Transporte, Versicherungen, Kommunikation, medizinische Ausrüstung und die Logistik am Base Camp.
Je nach Anbieter und Umfang der Betreuung können deshalb viele Zehntausend Dollar zusammenkommen.
Mount Everest 2026: Rekordsaison mit mehr als 1.000 Gipfelerfolgen
Die Frühjahrssaison 2026 sorgte am Mount Everest für neue Rekorde.
Nepals Behörden registrierten rund 495 Everest-Permits. Einschließlich der begleitenden Höhenbergsteiger und Guides wurden mehr als 1.000 Gipfelbesteigungen gemeldet. Damit gehörte die Saison zu den geschäftigsten, die der Berg bisher erlebt hat.
Besonders spektakulär war ein einzelner Gipfeltag.
Am 20. Mai erreichten 274 Menschen innerhalb eines Tages von der nepalesischen Seite den Gipfel. Einen derartigen Tageswert hatte es auf dieser Route zuvor noch nicht gegeben.
Die Situation wurde zusätzlich dadurch beeinflusst, dass die tibetische Nordseite 2026 für ausländische Everest-Expeditionen geschlossen blieb. Dadurch konzentrierten sich besonders viele internationale Expeditionen auf Nepal.
Die hohe Zahl der Bergsteiger führte erneut zu Diskussionen über Warteschlangen in der Todeszone.
Warum sind Staus auf dem Mount Everest gefährlich?
Fotos langer Bergsteigerreihen auf Everest wirken zunächst überraschend. In der Todeszone können solche Warteschlangen jedoch zu einem erheblichen Sicherheitsproblem werden.
Die meisten Bergsteiger bewegen sich auf bestimmten Abschnitten entlang eines einzigen Fixseils. Überholen ist dort teilweise nur schwer oder gar nicht möglich.
Kommt es zu einem Stau, bleiben Bergsteiger länger als geplant in extremer Höhe.
Dadurch steigen unter anderem:
- Sauerstoffverbrauch
- Erschöpfung
- Erfrierungsrisiko
- Gefahr durch Wetterwechsel
- Zeitdruck beim Abstieg
Der Rekordbergsteiger Kami Rita Sherpa kritisierte nach seiner 32. Besteigung 2026 selbst die zunehmende Überfüllung und sprach sich für eine stärkere Begrenzung der Bergsteigerzahlen aus.
Werden die Mount-Everest-Regeln verschärft?
Nepal arbeitet 2026 an einer umfassenden Reform seiner Bergsteigerregeln.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Everest-Bergsteiger künftig deutlich mehr Erfahrung nachweisen müssen.
Ein Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Aspiranten bereits einen Berg von mehr als 7.000 Metern Höhe in Nepal bestiegen haben müssen, bevor sie eine Everest-Genehmigung erhalten können.
Darüber hinaus diskutieren Politiker über strengere Gesundheitsnachweise, Versicherungsregeln, Abfallvorschriften und Obergrenzen für Bergsteiger.
Wichtig ist allerdings: Diese strengeren Erfahrungsanforderungen sind Stand August 2026 noch Teil des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens und dürfen deshalb nicht als bereits vollständig geltendes Everest-Recht dargestellt werden. Im Juli lagen zu dem Tourismusgesetz 263 Änderungsvorschläge vor.
Müll und Umweltschutz auf dem Mount Everest
Mit der Zahl der Expeditionen wächst auch das Umweltproblem.
Über Jahrzehnte blieben am Berg Zelte, Sauerstoffflaschen, Verpackungen, Ausrüstung und andere Abfälle zurück. Gleichzeitig macht die extreme Höhe eine Bergung schwierig und teuer.
2026 führte das Sagarmatha Pollution Control Committee erstmals ein Mountain-Ranger-Programm ein. Ranger überwachten unter anderem Camp II und sollten die Einhaltung der Abfallregeln kontrollieren.
Dabei mussten Bergsteiger und Höhenführer zusätzlich Müll aus den höher gelegenen Lagern zurückbringen.
Auch das geplante neue Tourismusgesetz beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Diskutiert werden unter anderem eine konsequentere Zero-Waste-Strategie, strengere Kontrollen und eine bessere Nachverfolgung der auf den Berg gebrachten Ausrüstung.
Klimawandel am Mount Everest
Ein weiteres langfristiges Problem ist der Klimawandel.
Der Himalaya reagiert empfindlich auf steigende Temperaturen. Gletscher verändern sich, Eisstrukturen werden instabil und Schneeverhältnisse können sich verschieben.
Besonders sichtbar ist diese Entwicklung im Khumbu Icefall. Er verändert sich ständig und kann von Saison zu Saison vollkommen anders aussehen.
Der massive Serac, der 2026 die Route wochenlang blockierte, zeigte erneut, wie schwierig die Einschätzung eines aktiven Gletschers ist. Allerdings lässt sich nicht jedes einzelne Eisereignis direkt dem Klimawandel zuschreiben. Entscheidend sind langfristige Veränderungen der Gletscher und Temperaturen.
Kann man den Mount Everest besuchen, ohne ihn zu besteigen?
Ja. Wer den Mount Everest sehen möchte, muss keineswegs auf 8.848 Meter steigen.
Der Everest Base Camp Trek gehört zu den bekanntesten Trekkingrouten der Welt. Dabei wandern Reisende durch das Khumbu-Tal bis zum nepalesischen Basislager.
Technische Bergsteigerkenntnisse wie für die Gipfelbesteigung sind dafür normalerweise nicht erforderlich.
Ein einfacher Spaziergang ist die Tour dennoch nicht. Schon das Everest Base Camp liegt auf mehr als 5.000 Metern Höhe. Deshalb müssen auch Trekkingtouristen genügend Zeit für die Akklimatisierung einplanen.
Beliebte Stationen auf dem Weg sind unter anderem:
Lukla, Namche Bazaar, Tengboche, Dingboche, Lobuche, Gorak Shep und schließlich das Everest Base Camp.
Ein beliebter Aussichtspunkt ist außerdem Kala Patthar, weil der eigentliche Everest-Gipfel vom Base Camp aus nicht besonders gut sichtbar ist.
Wie viele Menschen haben den Mount Everest bestiegen?
Die Zahl lässt sich auf unterschiedliche Weise angeben.
Zum einen gibt es die Zahl der einzelnen Personen, die mindestens einmal auf dem Gipfel standen. Zum anderen werden sämtliche erfolgreichen Besteigungen gezählt. Ein Rekordhalter wie Kami Rita Sherpa taucht bei der ersten Variante einmal auf, bei der zweiten dagegen 32-mal.
Bis 2026 haben bereits mehrere Tausend unterschiedliche Menschen den Gipfel erreicht. Die Gesamtzahl erfolgreicher Gipfelbesteigungen ist deutlich höher, weil Sherpas, Bergführer und andere Alpinisten den Everest teilweise mehrfach bestiegen haben.
Allein 2026 kamen mehr als 1.000 Gipfelerfolge beziehungsweise Gipfelgänge von der nepalesischen Seite hinzu.
Warum fasziniert der Mount Everest bis heute?
Der Mount Everest ist längst mehr als nur ein Berg.
Er steht für Abenteuer, Entdeckergeist, extreme körperliche Grenzen und den Wunsch, buchstäblich auf dem höchsten Punkt der Erde zu stehen.
Gleichzeitig hat sich seine Bedeutung verändert.
1953 war eine Everest-Besteigung noch ein internationales Expeditionsprojekt mit enormem logistischem Aufwand. Heute ermöglichen professionelle Veranstalter, feste Seile, moderne Wetterprognosen, verbesserte Kleidung und Flaschensauerstoff wesentlich mehr Menschen einen Gipfelversuch.
Einfach ist Everest deshalb jedoch keineswegs geworden.
Die Ereignisse von 2026 zeigen diesen Widerspruch besonders deutlich: Nie zuvor drängten sich auf der nepalesischen Seite an einzelnen Tagen so viele Menschen Richtung Gipfel. Gleichzeitig starben auch in dieser Saison mehrere Menschen am Berg.
Der höchste Berg der Welt ist zugänglicher geworden – aber nicht harmlos.
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FAQ zum Mount Everest
Der Mount Everest ist offiziell 8.848,86 Meter hoch. Nepal und China gaben diese gemeinsam ermittelte Höhe im Dezember 2020 bekannt.
Der Mount Everest liegt im Himalaya direkt auf der Grenze zwischen Nepal und Tibet in China.
In Nepal heißt der Mount Everest Sagarmatha. Der traditionelle tibetische Name lautet Qomolangma beziehungsweise Chomolungma.
Edmund Hillary und Tenzing Norgay erreichten am 29. Mai 1953 als erste nachweislich den Gipfel und kehrten anschließend sicher zurück.
Die Japanerin Junko Tabei erreichte am 16. Mai 1975 als erste Frau den Gipfel.
Kami Rita Sherpa hält 2026 mit 32 erfolgreichen Besteigungen den Weltrekord.
Lhakpa Sherpa hält mit elf Everest-Besteigungen den Frauenrekord. Ihren elften Gipfelerfolg erreichte sie am 17. Mai 2026.
Als Todeszone bezeichnet man den Bereich oberhalb von etwa 8.000 Metern, in dem der extrem niedrige Sauerstoffdruck ein langfristiges Überleben des menschlichen Körpers unmöglich macht.
Für ausländische Bergsteiger kostet die staatliche Genehmigung für die normale nepalesische Route im Frühjahr 15.000 US-Dollar pro Person. Diese Gebühr gilt seit September 2025. Die komplette Expedition kostet aufgrund von Guides, Sauerstoff, Material, Versicherung und Logistik wesentlich mehr.
Eine klassische Expedition dauert meistens ungefähr sechs bis acht Wochen, teilweise länger. Der größte Teil dieser Zeit wird für Aufbau, Wetterfenster und Akklimatisierung benötigt.
Ja. Reinhold Messner und Peter Habeler gelang 1978 die erste bestätigte Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff. Eine solche Besteigung ist allerdings deutlich schwieriger und riskanter.
Theoretisch können internationale Bergsteiger eine Expedition buchen und eine Genehmigung beantragen. Praktisch erfordert Everest jedoch sehr gute körperliche Vorbereitung, Erfahrung im Höhenbergsteigen, Akklimatisierung und professionelle Unterstützung. Nepal diskutiert 2026 außerdem über deutlich strengere verpflichtende Erfahrungsnachweise für zukünftige Everest-Bergsteiger.
Historische Datenbanken dokumentieren mehr als 340 Todesfälle am Everest. Die genaue Zahl verändert sich durch neue Expeditionen und Aktualisierungen der Datenbestände.
Die wichtigste Zeit für Gipfelbesteigungen ist das Frühjahr, insbesondere der Mai. Dann entstehen häufig kurze Wetterfenster mit vergleichsweise schwächeren Höhenwinden unmittelbar vor Beginn des Monsuns.
Fazit: Der Mount Everest bleibt der höchste Berg der Welt
Der Mount Everest erhebt sich 8.848,86 Meter über den Meeresspiegel und bleibt damit der höchste Berg der Erde. Seit Edmund Hillary und Tenzing Norgay am 29. Mai 1953 die erste bestätigte Besteigung gelang, hat sich das Höhenbergsteigen grundlegend verändert.
Moderne Ausrüstung, zusätzliche Sauerstoffversorgung, genaue Wettervorhersagen und professionelle Sherpa-Teams haben Everest-Expeditionen erfolgreicher gemacht. Trotzdem bleiben Khumbu Icefall, extreme Kälte, Wetterumschwünge und vor allem die Todeszone oberhalb von 8.000 Metern lebensgefährlich.
2026 erreichte die Kommerzialisierung eine neue Dimension: Rund 495 Genehmigungen wurden in Nepal vergeben, mehr als 1.000 Gipfelerfolge wurden gemeldet und 274 Menschen erreichten an einem einzigen Tag den Gipfel von der Südseite. Gleichzeitig wächst der politische Druck, Erfahrungsvoraussetzungen zu verschärfen, Bergsteigerzahlen besser zu steuern und die Umwelt des Himalaya stärker zu schützen.
Damit bleibt der Mount Everest auch 2026 ein Ort voller Gegensätze: touristisches Ziel und lebensfeindliche Wildnis, kommerzielles Geschäft und alpinistische Herausforderung, Naturdenkmal und Schauplatz immer neuer Rekorde.
