Oolong

Wie wird Oolong-Tee richtig zubereitet?

Stefan
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Oolong

Oolong Tee gehört zu den faszinierendsten Teesorten Chinas und Taiwans und erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Sein charakteristischer Geschmack macht ihn zu einer besonderen Wahl für Teeliebhaber. Doch wie bei vielen hochwertigen Produkten kommt sein volles Potenzial erst durch die richtige Handhabung zur Geltung.

Die Zubereitung ist dabei ein entscheidender Faktor, der oft übersehen wird. Es gibt bewährte Methoden, um sicherzustellen, dass jede Tasse ihr bestes Aroma entfaltet.

Die goldenen Regeln der Zubereitung für jeden Oolong

Bevor man sich den spezifischen Methoden zuwendet, gibt es einige universelle Grundlagen, die für fast jeden Oolong-Tee gelten. Diese Faktoren bestimmen, wie gut die Inhaltsstoffe aus dem Blatt extrahiert werden und wie ausgewogen der Geschmack am Ende ist. Eine sorgfältige Vorbereitung legt den Grundstein für den Genuss und verhindert, dass ein wertvoller Tee versehentlich bitter oder flach schmeckt.

Die Wahl des Wassers

Die Qualität des Wassers hat einen direkten Einfluss auf den Geschmack. Hartes, kalkhaltiges Leitungswasser neutralisiert die feinen Aromen des Tees und lässt ihn oft fade schmecken.

Idealerweise verwendet man daher gefiltertes oder weiches Wasser mit geringem Mineraliengehalt. Frisches Wasser (nicht abgestanden) ist ebenfalls wichtig, da es mehr Sauerstoff enthält, was die Aromaentfaltung unterstützt.

Die richtige Dosierung

Oolong-Blätter, ob gerollt oder gedreht, dehnen sich beim Aufguss stark aus. Sie benötigen ausreichend Platz, um sich vollständig zu öffnen. Zu kleine Filter oder Tee-Eier behindern diesen Prozess und schränken die Extraktion der Inhaltsstoffe ein. Die Dosierung hängt stark von der gewählten Zubereitungsart ab. Als Richtwert gilt:

  • Klassische Methode. Circa 8–12 Gramm pro Liter Wasser.
  • Gongfu Cha Methode. Deutlich mehr, etwa 3,5 Gramm pro 100 ml, um konzentrierte, kurze Aufgüsse zu ermöglichen.

Die optimale Temperatur

Die Wassertemperatur ist entscheidend und muss an den Fermentationsgrad des Oolongs angepasst werden. Falsche Temperaturen können den Tee bitter machen oder verhindern, dass sich die Aromen lösen.

Leicht fermentierte Oolongs (grünliche Sorten wie Tie Guan Yin) sind empfindlicher. Sie sollten mit kühlerem Wasser bei etwa 80°C bis 85°C aufgegossen werden, um ihre blumigen Noten zu bewahren.

Stark fermentierte oder geröstete Oolongs (dunklere Sorten wie Da Hong Pao) benötigen höhere Temperaturen von 90°C bis 95°C, um ihre komplexen, oft nussigen oder mineralischen Aromen freizusetzen.

Klassische und traditionelle Zubereitungsarten

Oolong kann auf zwei grundlegend unterschiedliche Weisen zubereitet werden, die zu verschiedenen Geschmacksergebnissen führen: die westliche Alltagsmethode und die traditionelle Gongfu Cha Zeremonie.

Die westliche, klassische Methode

Diese Methode eignet sich gut für den Alltag oder wenn größere Mengen benötigt werden.

  1. Ausrüstung. Man verwendet eine große Teekanne mit einem geräumigen Sieb oder Dauerfilter.
  2. Zubereitung. Die Blätter werden mit der passenden Menge und der entsprechenden Wassertemperatur übergossen.
  3. Ziehzeit. Der erste Aufguss sollte etwa 2 bis 3 Minuten dauern. Gerollte Blätter brauchen diese Zeit, um sich zu öffnen. Oolongs können mehrfach aufgegossen werden. Bei jedem weiteren Aufguss wird die Ziehzeit um etwa 30-60 Sekunden verlängert.
  4. Wichtig. Es ist entscheidend, den Aufguss nach Ablauf der Zeit vollständig von den Blättern zu trennen (z.B. durch Herausnehmen des Siebs oder Umgießen in eine Servierkanne), damit der Tee nicht bitter nachzieht.

Die traditionelle Gongfu Cha Zeremonie

Die Gongfu Cha Methode ist die traditionelle chinesische und taiwanische Art, hochwertige Tees zuzubereiten. Sie zielt darauf ab, durch mehrere sehr kurze Aufgüsse das gesamte Geschmacksspektrum des Tees zu erkunden.

  • Ausrüstung. Benötigt werden kleine Gefäße, typischerweise ein Gaiwan (eine Schale mit Deckel) oder eine kleine Yixing-Tonkanne (ca. 100-150 ml), sowie ein kleiner Krug (Gongdaobei) und Trinkschalen.
  • Vorgehen. Das Geschirr wird zunächst mit heißem Wasser vorgewärmt.
  • Der erste Aufguss (Spülen). Die Blätter werden kurz (wenige Sekunden) mit heißem Wasser übergossen. Dieser erste Aufguss wird meist verworfen. Er dient dazu, die Blätter zu “wecken” und zu reinigen.
  • Ziehzeiten. Die folgenden Aufgüsse sind extrem kurz, oft nur 15 bis 60 Sekunden. Die Zeit wird mit jedem Durchgang leicht verlängert. Hochwertige Oolongs können auf diese Weise 5 bis 7 Mal (oder mehr) aufgegossen werden, wobei jeder Aufguss einen leicht veränderten Geschmacksaspekt offenbart.

Fazit

Die Zubereitung von Oolong Tee erfordert etwas Übung, aber die Beachtung dieser Grundregeln führt schnell zu einem besseren Geschmackserlebnis. Es lohnt sich, mit Dosierung und Ziehzeiten zu experimentieren, um die perfekte Tasse für den persönlichen Geschmack zu finden.

Die Qualität der Teeblätter ist dabei die wichtigste Voraussetzung. Für eine Auswahl an authentischen Oolongs schauen Sie im Laden für chinesischen Tee „Arteamony”. Dort finden Sie hochwertige Sorten, die sich ideal für beide Zubereitungsarten eignen.