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Weißer Hautkrebs: Symptome, Anfangsstadium und Behandlung

Stefan
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weißer hautkrebs

Wie sieht weißer Hautkrebs im Anfangsstadium aus? Ist eine raue, schuppige oder verkrustete Hautstelle bereits gefährlich? Kann weißer Hautkrebs streuen? Und muss er immer operiert werden?

Weißer Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom der Haut. Beide Tumorarten entstehen besonders häufig an Körperstellen, die über viele Jahre der UV-Strahlung ausgesetzt waren. Dazu gehören Gesicht, Nase, Ohren, unbehaarte Kopfhaut, Unterlippe, Nacken, Unterarme und Handrücken.

Im Anfangsstadium verursacht weißer Hautkrebs häufig keine Schmerzen. Die Veränderungen können wie ein Pickel, eine kleine Narbe, eine trockene Hautstelle oder eine harmlose Wunde aussehen. Verdächtig sind vor allem Stellen, die nicht normal abheilen, wiederholt bluten, ständig neue Krusten bilden oder langsam größer werden.

Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen meistens sehr gut. Trotzdem muss weißer Hautkrebs behandelt werden, weil er gesundes Gewebe zerstören und in bestimmten Fällen Metastasen bilden kann.

Weißer Hautkrebs im Überblick

MerkmalAngabe
Medizinischer OberbegriffNichtmelanozytärer beziehungsweise heller Hautkrebs
Wichtigste FormenBasalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom
Häufige VorstufeAktinische Keratose beim Plattenepithelkarzinom
Wichtigster RisikofaktorLangjährige UV-Belastung
Typische KörperstellenGesicht, Kopfhaut, Ohren, Lippen, Unterarme und Hände
Mögliche SymptomeKnötchen, raue Stellen, Krusten, Wunden und Blutungen
DiagnoseHautuntersuchung und feingewebliche Untersuchung
Häufigste BehandlungVollständige operative Entfernung
MetastasenBeim Basaliom extrem selten, beim Spinaliom möglich
HeilungschancenBei früher und vollständiger Behandlung meist sehr gut
FrüherkennungHautkrebsscreening und regelmäßige Selbstkontrolle
VorbeugungSchatten, Kleidung, Sonnencreme und keine Solarien

Was ist weißer Hautkrebs?

Der Begriff weißer Hautkrebs beschreibt verschiedene bösartige Hauttumoren, die nicht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entstehen. Deshalb lautet der medizinisch genauere Oberbegriff nichtmelanozytärer Hautkrebs.

Zum weißen Hautkrebs gehören vor allem:

  • Basalzellkarzinom, auch Basaliom genannt
  • Plattenepithelkarzinom, auch Spinaliom oder Stachelzellkarzinom genannt

Der Name kann allerdings täuschen. Weißer Hautkrebs sieht nicht unbedingt weiß aus. Die Veränderungen können hautfarben, rosa, rötlich, gelblich, bräunlich, glasig oder verkrustet erscheinen. Deshalb lässt sich die Erkrankung nicht anhand einer einzigen Farbe erkennen.

Beide Tumorarten unterscheiden sich außerdem in ihrem Verhalten. Das Basalzellkarzinom wächst häufig langsam und bildet nur in extrem seltenen Fällen Metastasen. Es kann jedoch tief in das umliegende Gewebe eindringen. Das Plattenepithelkarzinom kann dagegen unter bestimmten Umständen über die Lymphbahnen in andere Körperregionen streuen.

Der Krebsinformationsdienst erklärt, dass sich weißer Hautkrebs im Allgemeinen gut behandeln lässt. Entscheidend ist jedoch, dass die Erkrankung früh erkannt und vollständig entfernt beziehungsweise behandelt wird.

Welche Formen von weißem Hautkrebs gibt es?

Basalzellkarzinom: häufigste Form von weißem Hautkrebs

Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form des weißen Hautkrebses. Es entwickelt sich aus Zellen im Bereich der untersten Oberhautschicht und der Haarfollikel. Besonders oft tritt es im Gesicht und auf der Kopfhaut auf.

Ein Basalzellkarzinom wächst meistens langsam. Unbehandelt kann es jedoch immer tiefer in das umliegende Gewebe eindringen. Dabei kann der Tumor Haut, Knorpel, Muskeln und in fortgeschrittenen Fällen sogar Knochen beschädigen.

Mögliche Erscheinungsformen sind:

  • glasige, hautfarbene oder rötliche Knötchen
  • feine sichtbare Blutgefäße auf der Oberfläche
  • ein glänzender oder perlschnurartiger Rand
  • eine kleine Vertiefung in der Mitte
  • wiederkehrende Blutungen
  • Wunden, die nicht dauerhaft abheilen
  • flache, rötliche und schuppende Stellen
  • weißliche, narbenähnliche Bereiche
  • bräunliche oder pigmentierte Veränderungen

Ein klassisches knotiges Basalzellkarzinom kann wie ein glänzendes Knötchen mit kleinen Äderchen aussehen. Allerdings existieren mehrere Unterformen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. gesund.bund.de

Plattenepithelkarzinom: weißer Hautkrebs mit Metastasenrisiko

Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus hornbildenden Zellen der Oberhaut, den sogenannten Keratinozyten. Es tritt besonders häufig an dauerhaft sonnenbelasteten Hautstellen auf.

Im Vergleich zum Basalzellkarzinom wächst das Plattenepithelkarzinom oft schneller. Es kann außerdem in nahe gelegene Lymphknoten und später in andere Organe streuen. Dieses Risiko ist bei kleinen und früh behandelten Tumoren niedrig, steigt jedoch bei bestimmten Risikomerkmalen.

Mögliche Erscheinungsformen sind:

  • raue oder stark schuppende Stellen
  • feste rötliche Knoten
  • gelbliche oder braune Krusten
  • schlecht heilende Wunden
  • wiederkehrende Blutungen
  • schnell zunehmende Verdickungen
  • verhornte Wucherungen
  • druckempfindliche oder schmerzhafte Stellen

Ein höheres Risiko besteht unter anderem bei großen, tief wachsenden oder schlecht abgegrenzten Tumoren. Auch Veränderungen an Ohr, Lippe oder Schläfe sowie eine geschwächte Immunabwehr können den Verlauf ungünstig beeinflussen.

Weißer Hautkrebs im Anfangsstadium erkennen

Weißer Hautkrebs kann im Anfangsstadium sehr unauffällig aussehen. Häufig handelt es sich zunächst nur um eine kleine, langsam wachsende Veränderung. Schmerzen fehlen meistens.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • Eine Wunde heilt nicht normal ab.
  • Eine Stelle bildet immer wieder eine Kruste.
  • Die Haut blutet bereits bei leichter Berührung.
  • Ein Knötchen wächst langsam weiter.
  • Eine raue Stelle bleibt trotz Hautpflege bestehen.
  • Eine vermeintliche Narbe entsteht ohne vorherige Verletzung.
  • Eine Hautstelle verändert ihre Größe oder Oberfläche.
  • Eine Veränderung kehrt nach einer Behandlung zurück.
  • Eine Stelle juckt, schmerzt oder wird druckempfindlich.

Nicht jede raue, rote oder verkrustete Hautstelle ist Krebs. Ekzeme, Warzen, Pilzinfektionen, Verletzungen und andere gutartige Erkrankungen können ähnlich aussehen. Eine sichere Selbstdiagnose ist daher nicht möglich.

Wichtig: Auch Ärztinnen und Ärzte können eine auffällige Hautstelle nicht immer allein anhand ihres Aussehens sicher beurteilen. Bei einem begründeten Verdacht bringt häufig erst die feingewebliche Untersuchung Klarheit.

Wie sieht weißer Hautkrebs im Gesicht aus?

Das Gesicht gehört zu den häufigsten Körperregionen für weißen Hautkrebs. Besonders betroffen sind:

  • Nase und Nasenflügel
  • Stirn und Schläfen
  • Wangen
  • Augenlider
  • Ohren
  • Lippen
  • Bereiche hinter den Ohren
  • unbehaarte Kopfhaut

Im Gesicht kann ein Basalzellkarzinom wie ein glasiges Knötchen, eine kleine Wunde oder eine weißliche Narbe aussehen. Ein Plattenepithelkarzinom erscheint häufiger als verhornte, raue oder verkrustete Stelle.

Weil Tumoren im Gesicht in empfindliche Strukturen hineinwachsen können, ist eine frühe Behandlung besonders wichtig. Gleichzeitig versuchen Ärztinnen und Ärzte, möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten und sichtbare Narben zu begrenzen.

Weißer Hautkrebs auf der Kopfhaut

Menschen mit dünnem Haar, Glatze oder zurückgehendem Haaransatz besitzen auf der Kopfhaut ein erhöhtes Risiko. Veränderungen fallen dort manchmal erst spät auf, weil sie von verbliebenen Haaren verdeckt werden.

Warnzeichen auf der Kopfhaut sind:

  • dauerhaft raue Stellen
  • wiederkehrende Krusten
  • kleine blutende Wunden
  • verhornte Erhebungen
  • schmerzhafte Verdickungen
  • neu entstandene Knötchen

Bei der Selbstkontrolle können ein Handspiegel, ein zweiter Spiegel oder die Hilfe einer vertrauten Person nützlich sein. Auch Friseurinnen und Friseure entdecken gelegentlich auffällige Stellen. Die medizinische Beurteilung muss jedoch durch eine Ärztin oder einen Arzt erfolgen.

Aktinische Keratose als mögliche Vorstufe

Die aktinische Keratose ist eine durch UV-Strahlung ausgelöste Veränderung der Oberhaut. Fachleute betrachten sie als mögliche Vorstufe beziehungsweise sehr frühe Form des Plattenepithelkarzinoms. Allerdings wird nicht jede aktinische Keratose zu einem invasiv wachsenden Tumor.

Am Anfang lässt sich die Veränderung manchmal eher ertasten als sehen. Die Haut fühlt sich an einer bestimmten Stelle rau wie feines Sandpapier an. Später können rötliche, gelbliche oder bräunliche Schuppen und feste Krusten entstehen.

Besonders häufig betroffen sind:

  • unbehaarte Kopfhaut
  • Stirn und Schläfen
  • Nase und Wangen
  • Ohren
  • Unterlippe
  • Handrücken
  • Unterarme

Wenn mehrere aktinische Keratosen auf einer größeren sonnengeschädigten Hautfläche liegen, sprechen Fachleute von einer Feldkanzerisierung. Dann können sowohl einzelne sichtbare Stellen als auch die umliegende geschädigte Haut behandelt werden.

Morbus Bowen und weißer Hautkrebs

Morbus Bowen ist ein auf die Oberhaut begrenztes Plattenepithelkarzinom, also ein sogenanntes Carcinoma in situ. Die veränderten Zellen haben die tieferen Gewebeschichten noch nicht erreicht.

Typisch ist eine langsam wachsende, rötliche, schuppige und relativ scharf begrenzte Hautstelle. Sie kann einem Ekzem, einer Schuppenflechte oder einer Pilzinfektion ähneln.

Morbus Bowen sollte behandelt werden, weil sich daraus ein invasives Plattenepithelkarzinom entwickeln kann. Welche Therapie geeignet ist, hängt von Größe, Lage und individuellen Faktoren ab.

Ursachen von weißem Hautkrebs

Der wichtigste beeinflussbare Auslöser ist UV-Strahlung. Sie kann das Erbgut von Hautzellen beschädigen. Zwar repariert der Körper viele dieser Schäden, doch mit zunehmender Belastung können dauerhafte Veränderungen zurückbleiben.

Beim weißen Hautkrebs spielt besonders die über viele Jahre angesammelte UV-Dosis eine Rolle. Deshalb erkranken häufig Menschen, die beruflich oder privat viel Zeit im Freien verbracht haben.

UV-Strahlung stammt aus:

  • natürlichem Sonnenlicht
  • Solarien und Sonnenbänken
  • bestimmten beruflichen Strahlungsquellen

Die Haut vergisst UV-Schäden nicht. Daher können Belastungen aus Kindheit, Jugend und früherem Erwachsenenalter das spätere Erkrankungsrisiko beeinflussen.

Risikofaktoren für weißen Hautkrebs

Das Erkrankungsrisiko steigt unter anderem durch:

  • langjährige oder intensive Sonnenbestrahlung
  • regelmäßige Arbeit im Freien
  • häufige Aufenthalte im Freien ohne ausreichenden Schutz
  • einen hellen Hauttyp
  • helle oder rote Haare
  • viele Sommersprossen
  • höheres Lebensalter
  • wiederholte Sonnenbrände
  • regelmäßige Solariumbesuche
  • eine frühere Hautkrebserkrankung
  • aktinische Keratosen
  • eine geschwächte Immunabwehr
  • Organtransplantationen
  • bestimmte Medikamente, welche die Immunabwehr unterdrücken
  • seltene erbliche Erkrankungen
  • chronische Wunden, Entzündungen oder Narben
  • frühere Bestrahlungen
  • Kontakt mit bestimmten krebserregenden Stoffen

Menschen mit dunkler Haut erkranken seltener an UV-bedingtem Hautkrebs als Menschen mit sehr heller Haut. Dennoch bietet eine dunkle Pigmentierung keinen vollständigen Schutz. Auch dunkle Haut benötigt bei intensiver Strahlung Sonnenschutz.

Weißer Hautkrebs als Berufskrankheit

Menschen, die viele Jahre im Freien arbeiten, sind häufig einer besonders hohen UV-Belastung ausgesetzt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Beschäftigte im Baugewerbe
  • Dachdecker
  • Landwirte
  • Gärtner und Landschaftsbauer
  • Straßenarbeiter
  • Beschäftigte in der Schifffahrt
  • Bademeister
  • Post- und Zustelldienste

Bestimmte Plattenepithelkarzinome und multiple aktinische Keratosen können unter festgelegten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Ein Basalzellkarzinom fällt nicht automatisch unter dieselbe Anerkennung.

Wer vermutet, dass die Erkrankung mit langjähriger Arbeit im Freien zusammenhängt, sollte dies beim Hautarzt und gegenüber der zuständigen Berufsgenossenschaft ansprechen. Die Anerkennung hängt von der individuellen Diagnose und beruflichen UV-Belastung ab.

Kann weißer Hautkrebs streuen?

Ob weißer Hautkrebs Metastasen bildet, hängt von der Tumorart ab.

Metastasen beim Basalzellkarzinom

Basalzellkarzinome bilden nur extrem selten Tochtergeschwülste. Dennoch dürfen sie nicht unterschätzt werden. Unbehandelt wachsen sie lokal weiter und können wichtige Strukturen beschädigen.

Metastasen beim Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinome können über die Lymphbahnen zunächst nahe gelegene Lymphknoten erreichen. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind auch Metastasen in anderen Organen möglich.

Das Risiko steigt unter anderem bei:

  • großen Tumoren
  • ausgeprägtem Tiefenwachstum
  • Tumoren an Ohr oder Lippe
  • Wachstum entlang von Nerven
  • erneut aufgetretenen Tumoren
  • geschwächter Immunabwehr
  • schlecht differenzierten Tumorzellen

Bei entsprechenden Risikomerkmalen prüft das Behandlungsteam, ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind.

Wie wird weißer Hautkrebs diagnostiziert?

Zunächst betrachtet die Hautärztin oder der Hautarzt die betroffene Stelle und untersucht bei Bedarf die gesamte Haut. Häufig wird dabei ein Dermatoskop verwendet. Dieses beleuchtete Vergrößerungsinstrument macht Strukturen sichtbar, die mit bloßem Auge schwer zu erkennen sind.

Bei einem Hautkrebsverdacht kommen folgende Schritte infrage:

  1. Gespräch über Beschwerden, Veränderungen und Risikofaktoren
  2. Untersuchung der betroffenen Hautstelle
  3. Kontrolle weiterer Hautbereiche
  4. Untersuchung mit dem Dermatoskop
  5. Entnahme einer Gewebeprobe oder vollständige Entfernung
  6. feingewebliche Untersuchung im Labor

Erst die feingewebliche Untersuchung kann die Tumorart und wichtige Eigenschaften zuverlässig bestimmen.

Sind weitere Untersuchungen notwendig?

Bei einem kleinen Basalzellkarzinom sind normalerweise keine umfangreichen Untersuchungen auf Metastasen erforderlich. Anders kann es bei einem größeren oder fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom aussehen.

Mögliche zusätzliche Untersuchungen sind:

  • Abtasten der Lymphknoten
  • Ultraschall der Lymphknoten
  • Computertomografie
  • Magnetresonanztomografie
  • Untersuchung eines verdächtigen Lymphknotens
  • weitere bildgebende Verfahren in ausgewählten Fällen

Welche Untersuchungen erforderlich sind, richtet sich nach Tumorart, Größe, Tiefe, Lage und Risikomerkmalen.

Behandlung von weißem Hautkrebs

Die Therapie wird individuell festgelegt. Dabei berücksichtigt das Behandlungsteam:

  • Art und Unterform des Tumors
  • Größe und Wachstumstiefe
  • betroffene Körperstelle
  • Abgrenzbarkeit des Tumors
  • früher erfolgte Behandlungen
  • Rückfallrisiko
  • Alter und allgemeine Gesundheit
  • persönliche Wünsche der betroffenen Person

Operative Entfernung

Die vollständige Operation ist bei weißem Hautkrebs meistens die bevorzugte Behandlung. Dabei entfernt die Ärztin oder der Arzt den Tumor und einen Sicherheitsbereich des umliegenden Gewebes.

Anschließend untersucht ein Labor die Schnittränder. Sind dort keine Tumorzellen mehr nachweisbar, wurde der Tumor wahrscheinlich vollständig entfernt. Finden sich noch Tumorzellen am Rand, kann eine weitere Operation notwendig sein.

Mikroskopisch kontrollierte Operation

An empfindlichen Stellen wie Nase, Augenlid, Ohr oder Lippe kann eine mikroskopisch kontrollierte Chirurgie sinnvoll sein. Dabei untersucht das Labor die Schnittränder besonders genau und ordnet sie ihrer ursprünglichen Position zu.

Dieses Verfahren bietet zwei Vorteile:

  • Der Tumor kann möglichst vollständig entfernt werden.
  • Es bleibt möglichst viel gesundes Gewebe erhalten.

Das ist besonders im Gesicht wichtig, wo Funktion und Aussehen berücksichtigt werden müssen.

Kürettage und Elektrobehandlung

Bei ausgewählten oberflächlichen Tumoren kann das erkrankte Gewebe ausgeschabt werden. Teilweise wird der Bereich anschließend elektrisch behandelt. Dieses Verfahren eignet sich jedoch nicht für jede Tumorart oder Körperstelle.

Vereisung

Bei der Kryotherapie wird die betroffene Hautstelle mit flüssigem Stickstoff vereist. Dadurch sterben die veränderten Zellen ab. Das Verfahren kommt vor allem bei bestimmten oberflächlichen Hautveränderungen und aktinischen Keratosen infrage.

Photodynamische Therapie

Bei der photodynamischen Therapie wird zunächst ein lichtempfindlicher Wirkstoff auf die Haut aufgetragen. Danach bestrahlt die Ärztin oder der Arzt den Bereich mit einer bestimmten Lichtquelle. Dadurch werden die krankhaft veränderten Zellen gezielt geschädigt.

Das Verfahren kann bei bestimmten aktinischen Keratosen, oberflächlichen Basalzellkarzinomen oder Morbus Bowen eingesetzt werden.

Örtlich angewendete Medikamente

Bei ausgewählten oberflächlichen Veränderungen kommen Cremes mit Wirkstoffen wie Imiquimod oder 5-Fluorouracil infrage. Die Mittel lösen gezielt eine Entzündungsreaktion beziehungsweise Schädigung der veränderten Zellen aus.

Während der Behandlung können Rötungen, Krusten, Brennen und Schmerzen entstehen. Solche Medikamente dürfen nur nach ärztlicher Diagnose und Anleitung verwendet werden.

Strahlentherapie

Eine Bestrahlung kann sinnvoll sein, wenn:

  • eine Operation nicht möglich ist
  • der Eingriff zu erheblichen Beeinträchtigungen führen würde
  • Tumorreste nicht vollständig operiert werden können
  • ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht
  • der Tumor bereits fortgeschritten ist

Die Entscheidung hängt von Tumorart, Lage, Alter und Gesundheitszustand ab.

Medikamente bei fortgeschrittenem weißem Hautkrebs

Bei seltenen fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren können systemische Medikamente notwendig werden.

Beim fortgeschrittenen Basalzellkarzinom kommen unter bestimmten Voraussetzungen zielgerichtete Wirkstoffe infrage, die in den sogenannten Hedgehog-Signalweg eingreifen. Falls diese Behandlung nicht geeignet ist oder nicht ausreichend wirkt, kann in bestimmten Fällen eine Immuntherapie erwogen werden.

Auch bei einem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom können Immuncheckpoint-Hemmer eingesetzt werden. Sie aktivieren das Immunsystem gegen die Tumorzellen. Solche Behandlungen erfolgen in spezialisierten Zentren und können erhebliche Nebenwirkungen verursachen.

Muss weißer Hautkrebs immer operiert werden?

Nein. Die Operation ist zwar häufig die sicherste und wichtigste Behandlung, aber nicht in jedem Fall erforderlich. Oberflächliche oder sehr frühe Veränderungen können teilweise mit örtlichen Medikamenten, Vereisung, photodynamischer Therapie oder anderen Verfahren behandelt werden.

Die Wahl richtet sich nicht allein nach der Größe. Auch Tumorart, Unterform, Tiefe, Lage und Rückfallrisiko spielen eine wichtige Rolle.

Heilungschancen bei weißem Hautkrebs

Die Heilungschancen bei weißem Hautkrebs sind im frühen Stadium meistens sehr gut. Besonders günstig ist die Prognose, wenn der Tumor klein ist und vollständig entfernt werden kann.

Beim Basalzellkarzinom hängt der Erfolg vor allem davon ab, ob der Tumor vollständig beseitigt wurde. Bei früh behandelten Plattenepithelkarzinomen ist die Prognose ebenfalls meist gut. Fortgeschrittene oder metastasierte Tumoren benötigen jedoch eine umfangreichere Behandlung.

Die individuelle Prognose hängt ab von:

  • Tumorart
  • Größe und Tiefe
  • Körperstelle
  • feingeweblichen Eigenschaften
  • vollständiger Entfernung
  • Immunstatus
  • möglichen Metastasen
  • vorausgegangenen Rückfällen

Pauschale Prozentangaben sind für einzelne Betroffene deshalb nur begrenzt aussagekräftig.

Kann weißer Hautkrebs wiederkommen?

Ja. Ein behandelter Tumor kann an derselben Stelle erneut entstehen. Außerdem besitzen Menschen mit einer früheren Erkrankung ein erhöhtes Risiko für weitere Hauttumoren an anderen Körperstellen.

Deshalb bleiben wichtig:

  • regelmäßige Nachsorgetermine
  • konsequenter UV-Schutz
  • monatliche Selbstkontrolle der Haut
  • schnelle Abklärung neuer Veränderungen
  • Kontrolle der Operationsnarbe
  • Beachtung der empfohlenen Untersuchungsintervalle

Die Häufigkeit der Nachsorge wird individuell festgelegt. Menschen mit erhöhtem Rückfall- oder Metastasenrisiko benötigen häufig engmaschigere Kontrollen.

Weißer Hautkrebs oder schwarzer Hautkrebs?

MerkmalWeißer HautkrebsSchwarzer Hautkrebs
Häufige FormenBasalzell- und PlattenepithelkarzinomMalignes Melanom
AusgangszellenVor allem Zellen der OberhautPigmentbildende Melanozyten
Häufige KörperstellenSonnenbelastete HautbereicheGrundsätzlich alle Hautbereiche
WachstumHäufig langsam, je nach Form unterschiedlichTeilweise schnell und aggressiv
MetastasenBeim Basaliom extrem selten, beim Spinaliom möglichDeutlich häufiger möglich
Mögliches AussehenKnötchen, Krusten, Wunden oder raue StellenHäufig auffälliges oder verändertes Pigmentmal
PrognoseFrüh erkannt meistens sehr gutStark vom Stadium abhängig

Die Farbe allein reicht nicht zur Unterscheidung aus. Auch ein Melanom kann rötlich, hautfarben oder nahezu farblos sein. Umgekehrt kann weißer Hautkrebs pigmentiert und bräunlich aussehen.

Wann sollte man zum Hautarzt gehen?

Eine Hautveränderung sollte zeitnah untersucht werden, wenn sie:

  • nicht normal abheilt
  • ohne erkennbaren Grund wächst
  • wiederholt blutet oder nässt
  • ständig neue Krusten bildet
  • dauerhaft rau oder schuppig bleibt
  • hart oder knotig wird
  • ihre Farbe oder Oberfläche verändert
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühle verursacht
  • nach einer früheren Behandlung zurückkehrt

Bei schnellem Wachstum, starken Blutungen, deutlichen Schmerzen oder vergrößerten Lymphknoten sollte die Abklärung besonders rasch erfolgen.

Betroffene sollten auffällige Stellen nicht selbst aufschneiden, vereisen, verätzen oder mit aggressiven Hausmitteln behandeln.

Hautkrebsscreening in Deutschland

Gesetzlich Krankenversicherte haben in Deutschland ab 35 Jahren grundsätzlich alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Einige Krankenkassen bieten die Untersuchung freiwillig bereits für jüngere Versicherte an.

Beim Screening betrachtet eine dafür qualifizierte Ärztin oder ein Arzt die Haut des gesamten Körpers. Dazu gehören auch:

  • Kopfhaut
  • Ohren
  • Gesicht und Hals
  • Oberkörper
  • Arme und Hände
  • Beine und Füße
  • Hautfalten und schwer einsehbare Bereiche

Das reguläre Screening ersetzt keine Untersuchung bei einem konkreten Verdacht. Wer zwischen zwei Terminen eine auffällige Veränderung bemerkt, sollte nicht bis zum nächsten Screening warten. Aktuelle Angaben zum gesetzlichen Anspruch veröffentlicht der Gemeinsame Bundesausschuss.

Haut selbst auf weißen Hautkrebs untersuchen

Eine regelmäßige Selbstkontrolle kann helfen, neue oder veränderte Stellen früh zu bemerken. Dabei sollte die gesamte Haut betrachtet werden, nicht nur das Gesicht.

Hilfreich sind:

  1. Haut bei gutem Licht untersuchen.
  2. Vorder- und Rückseite des Körpers kontrollieren.
  3. Arme, Hände und Fingerzwischenräume ansehen.
  4. Fußsohlen und Zehenzwischenräume prüfen.
  5. Kopfhaut mit Spiegel oder Hilfe einer zweiten Person kontrollieren.
  6. Hautfalten und schwer sichtbare Bereiche nicht vergessen.
  7. Auffällige Stellen fotografieren und Veränderungen dokumentieren.

Fotos können die Beobachtung erleichtern. Sie ersetzen aber weder die Dermatoskopie noch eine Gewebeuntersuchung.

Weißem Hautkrebs vorbeugen

UV-Schäden aus der Vergangenheit lassen sich nicht rückgängig machen. Weitere Schäden können jedoch durch konsequenten Sonnenschutz reduziert werden.

Sonne und UV-Strahlung vermeiden

Hilfreich sind folgende Maßnahmen:

  • intensive Mittagssonne meiden
  • den aktuellen UV-Index beachten
  • bevorzugt Schatten aufsuchen
  • Aufenthalte in direkter Sonne begrenzen
  • Solarien vollständig meiden
  • Kinder besonders sorgfältig schützen

Auch Wolken verhindern UV-Strahlung nicht vollständig. In den Bergen, am Wasser und im Schnee kann die Belastung durch Höhe oder Reflexion zusätzlich steigen.

Schutz durch Kleidung

Kleidung bietet häufig einen zuverlässigeren Schutz als Sonnencreme. Empfehlenswert sind:

  • dicht gewebte Oberteile
  • lange Ärmel und Hosen
  • breitkrempige Hüte
  • Nackenschutz
  • UV-Schutzkleidung bei starker Belastung
  • Sonnenbrillen mit ausreichendem UV-Schutz

Besonders Ohren, Nacken, Nase und unbehaarte Kopfhaut werden leicht vergessen.

Sonnencreme richtig verwenden

Unbedeckte Haut sollte großzügig mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Wichtig sind:

  • hoher Lichtschutzfaktor
  • Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung
  • rechtzeitiges Auftragen
  • ausreichende Menge
  • regelmäßiges Nachcremen
  • erneutes Auftragen nach Schwimmen oder starkem Schwitzen

Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht unbegrenzt die sichere Aufenthaltszeit in der Sonne. Sonnencreme ergänzt Schatten und Kleidung, ersetzt diese Maßnahmen jedoch nicht.

Der Krebsinformationsdienst rät außerdem dazu, Solarien zu vermeiden, weil die zusätzliche UV-Belastung das Hautkrebsrisiko erhöht.

Leben nach weißem Hautkrebs

Nach erfolgreicher Behandlung können die meisten Betroffenen ihren Alltag normal fortsetzen. Dennoch bleibt das Risiko für weitere Hauttumoren erhöht.

Im Alltag sind deshalb sinnvoll:

  • Nachsorgetermine einhalten
  • Sonnenschutz täglich berücksichtigen
  • Haut regelmäßig selbst kontrollieren
  • neue Stellen früh untersuchen lassen
  • Narben vor starker Sonne schützen
  • Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache verändern
  • berufliche UV-Belastung reduzieren

Nach größeren Eingriffen im Gesicht oder an anderen sichtbaren Stellen können Narben, Spannungsgefühle oder funktionelle Beschwerden auftreten. Bei Bedarf helfen plastisch-rekonstruktive Verfahren, Narbenbehandlung oder physiotherapeutische Maßnahmen.

Fazit

Weißer Hautkrebs lässt sich früh erkannt meistens erfolgreich behandeln. Zu den wichtigsten Warnzeichen gehören nicht heilende Wunden, wiederkehrende Krusten, glasige Knötchen sowie dauerhaft raue, wachsende oder blutende Hautstellen.

Das Basalzellkarzinom wächst vor allem lokal und bildet nur extrem selten Metastasen. Das Plattenepithelkarzinom kann dagegen in Lymphknoten und andere Organe streuen. Deshalb sollten beide Formen rechtzeitig behandelt werden.

Weil weißer Hautkrebs sehr unterschiedlich aussehen kann, ermöglichen Fotos keine sichere Diagnose. Bei einer auffälligen oder sich verändernden Hautstelle ist die Untersuchung beim Hautarzt der richtige Schritt.

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Häufige Fragen zu weißem Hautkrebs

Wie sieht weißer Hautkrebs im Anfangsstadium aus?

Weißer Hautkrebs kann im Anfangsstadium als glasiges Knötchen, raue Schuppe, rötliche Stelle, wiederkehrende Kruste oder nicht heilende Wunde erscheinen. Das genaue Aussehen hängt von der Tumorart und Unterform ab.

Welche Symptome verursacht weißer Hautkrebs?

Mögliche Symptome sind wachsende Knötchen, raue Hautstellen, Verhornungen, Krusten, Wunden und Blutungen. Schmerzen fehlen im frühen Stadium häufig.

Ist weißer Hautkrebs gefährlich?

Ja, weißer Hautkrebs ist eine bösartige Erkrankung. Früh erkannt ist er meistens gut behandelbar. Unbehandelt kann er jedoch Gewebe zerstören. Plattenepithelkarzinome können außerdem Metastasen bilden.

Kann weißer Hautkrebs tödlich sein?

Fortgeschrittener weißer Hautkrebs kann lebensbedrohlich werden, insbesondere wenn ein Plattenepithelkarzinom Metastasen gebildet hat. Bei früher Diagnose und Behandlung sind die Heilungschancen jedoch meistens sehr gut.

Wie schnell wächst weißer Hautkrebs?

Viele Basalzellkarzinome wachsen über Monate oder Jahre. Plattenepithelkarzinome können sich schneller entwickeln. Die Geschwindigkeit ist individuell unterschiedlich und lässt sich nicht zuverlässig am Aussehen bestimmen.

Tut weißer Hautkrebs weh?

Im Anfangsstadium verursacht weißer Hautkrebs häufig keine Schmerzen. Später können Druckempfindlichkeit, Juckreiz, Blutungen, Brennen oder Schmerzen auftreten. Schmerzfreiheit bedeutet nicht, dass eine Stelle harmlos ist.

Kann weißer Hautkrebs von selbst verschwinden?

Ein Hauttumor verschwindet normalerweise nicht zuverlässig von selbst. Krusten können zeitweise abfallen, obwohl der Tumor darunter weiterwächst. Eine scheinbare Besserung schließt Krebs deshalb nicht aus.

Kann weißer Hautkrebs streuen?

Basalzellkarzinome bilden nur extrem selten Metastasen. Plattenepithelkarzinome können dagegen in Lymphknoten und andere Organe streuen, vor allem bei fortgeschrittenen oder risikoreichen Tumoren.

Muss weißer Hautkrebs immer operiert werden?

Nein. Die Operation ist häufig die bevorzugte Behandlung, aber nicht für jeden Befund erforderlich. Bei ausgewählten oberflächlichen Veränderungen können örtliche Medikamente, Vereisung, photodynamische Therapie oder Bestrahlung infrage kommen.

Wie wird weißer Hautkrebs entfernt?

Meistens wird der Tumor operativ entfernt. Anschließend untersucht ein Labor, ob die Schnittränder frei von Tumorzellen sind. An empfindlichen Körperstellen kann eine mikroskopisch kontrollierte Operation eingesetzt werden.

Kommt weißer Hautkrebs nach der Behandlung wieder?

Ein Tumor kann an derselben Stelle erneut auftreten. Zudem haben Betroffene ein erhöhtes Risiko, an einer anderen Hautstelle einen neuen Tumor zu entwickeln. Daher sind Nachsorge und Sonnenschutz wichtig.

Ist weißer Hautkrebs ansteckend?

Nein. Basalzell- und Plattenepithelkarzinome sind nicht ansteckend. Sie werden weder durch Berührung noch durch gemeinsam benutzte Gegenstände übertragen.

In welchem Alter entsteht weißer Hautkrebs?

Das Risiko steigt mit zunehmendem Lebensalter, weil sich UV-Schäden über Jahrzehnte ansammeln. Allerdings können auch jüngere Menschen erkranken, besonders bei starker UV-Belastung oder zusätzlichen Risikofaktoren.

Welcher Arzt behandelt weißen Hautkrebs?

Die erste Anlaufstelle ist normalerweise eine Hautärztin oder ein Hautarzt. Fortgeschrittene Fälle werden häufig gemeinsam mit spezialisierten Hautkrebszentren, Chirurgie, Strahlentherapie und Onkologie behandelt.

Kann Sonnencreme weißen Hautkrebs vollständig verhindern?

Nein. Sonnencreme kann das Risiko reduzieren, bietet aber keinen vollständigen Schutz. Am wirksamsten ist die Kombination aus Schatten, schützender Kleidung, Sonnencreme und dem Verzicht auf Solarien.

Ist eine aktinische Keratose bereits weißer Hautkrebs?

Die aktinische Keratose ist eine UV-bedingte Veränderung der Oberhaut und gilt als mögliche Vorstufe beziehungsweise sehr frühe Form des Plattenepithelkarzinoms. Da sich daraus ein invasiver Tumor entwickeln kann, sollte sie ärztlich beurteilt werden.