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Schildkröte: Arten, Alter, Ernährung, Haltung & Fakten

Stefan
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Eine Schildkröte erkennt fast jeder sofort an ihrem charakteristischen Panzer. Doch hinter dem scheinbar gemütlichen Reptil steckt eine erstaunlich vielfältige Tiergruppe. Schildkröten leben an Land, in Flüssen und Seen sowie mitten im Ozean. Manche Arten bleiben relativ klein, während andere mehrere Hundert Kilogramm schwer werden können. Auch bei Ernährung, Lebensweise und Lebenserwartung gibt es große Unterschiede.

Heute sind je nach verwendeter wissenschaftlicher Systematik ungefähr 360 bis 370 lebende Schildkrötenarten bekannt. Sie gehören zur Ordnung Testudines und besiedeln sehr unterschiedliche Lebensräume. Wissenschaftliche Artenzahlen können sich verändern, weil Arten neu beschrieben oder taxonomisch anders eingeordnet werden.

Besonders faszinierend ist ihre lange Entwicklungsgeschichte: Schildkröten existierten bereits vor den modernen Vogel- und Säugetiergruppen. Gleichzeitig gehören viele Arten heute zu den besonders bedrohten Wirbeltieren.

Schildkröte im Steckbrief

MerkmalInformation
TiergruppeReptilien
OrdnungTestudines
Artenzahletwa 360–370, je nach Systematik
LebensraumLand, Süßwasser und Meer
Verbreitunggroße Teile der Erde
Ernährungje nach Art pflanzenfressend, allesfressend oder fleischfressend
Lebenserwartunghäufig mehrere Jahrzehnte, bei einigen Arten über 100 Jahre
FortpflanzungEiablage
Körpertemperaturwechselwarm
Besonderheitknöcherner Panzer
Meeresschildkrötensieben heute lebende Arten
Heimische Art in DeutschlandEuropäische Sumpfschildkröte

Was ist eine Schildkröte?

Schildkröten gehören zu den Reptilien. Ihr auffälligstes Merkmal ist der Panzer, der einen wesentlichen Teil ihres Skeletts bildet und die inneren Organe schützt. Bei den meisten Arten besteht er aus einem oberen Rückenpanzer und einem unteren Bauchpanzer.

Dabei ist der Panzer keineswegs ein lebloser „Schutzhelm“. Knochen, Nerven und Blutgefäße gehören zu diesem komplexen Körperteil. Deshalb sollte eine Schildkröte niemals am Panzer angebohrt, bemalt oder anderweitig manipuliert werden.

Wie andere Reptilien sind Schildkröten wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt also stark von der Umgebung ab. Deshalb sieht man viele Land- und Wasserschildkröten regelmäßig in der Sonne sitzen. Wärme ermöglicht ihnen unter anderem eine aktive Verdauung und Bewegung.

Der Panzer hat sich über eine sehr lange Evolutionsgeschichte entwickelt und gehört zu den erfolgreichsten Schutzmechanismen im Tierreich. Bereits vor Millionen von Jahren lebten schildkrötenähnliche Reptilien auf der Erde.

Welche Schildkrötenarten gibt es?

Im Alltag werden Schildkröten häufig in Landschildkröten, Süßwasserschildkröten und Meeresschildkröten eingeteilt. Wissenschaftlich ist die Systematik komplizierter, für einen ersten Überblick ist diese Einteilung jedoch hilfreich.

Landschildkröten

Landschildkröten verbringen den größten Teil ihres Lebens an Land. Typisch sind kräftige Beine und ein meist relativ hoch gewölbter Panzer.

Zu den bekannten Arten beziehungsweise Artengruppen gehören:

  • Griechische Landschildkröte
  • Maurische Landschildkröte
  • Breitrandschildkröte
  • Steppenschildkröte
  • Galápagos-Riesenschildkröten
  • Aldabra-Riesenschildkröte

Viele Landschildkröten ernähren sich überwiegend von Pflanzen. Allerdings dürfen die Bedürfnisse einer Art nicht automatisch auf alle anderen übertragen werden.

Wasserschildkröten

Süßwasserschildkröten leben je nach Art in Seen, Teichen, Flüssen, Sümpfen oder anderen Feuchtgebieten. Sie können ausgezeichnet schwimmen, benötigen aber häufig auch Plätze außerhalb des Wassers, beispielsweise zum Sonnen oder zur Eiablage.

Zu dieser großen Gruppe gehören unter anderem Sumpf-, Teich-, Moschus-, Weich- und Schmuckschildkröten.

Meeresschildkröten

Heute existieren sieben Arten von Meeresschildkröten. Ihr Körper ist stark an das Leben im Wasser angepasst. Die Beine haben sich zu großen Flossen entwickelt, mit denen die Tiere teilweise enorme Distanzen zurücklegen.

Dazu gehören unter anderem Grüne Meeresschildkröte, Unechte Karettschildkröte und Lederschildkröte.

Meeresschildkröten verbringen fast ihr gesamtes Leben im Meer. Weibchen kommen jedoch zur Eiablage an Land. Einige Arten wandern dabei Hunderte oder sogar Tausende Kilometer zwischen Nahrungsgebieten und Niststränden.

Wo lebt eine Schildkröte?

Der Lebensraum einer Schildkröte hängt vollständig von ihrer Art ab.

Landschildkröten können beispielsweise trockene Graslandschaften, Buschgebiete, Wälder oder mediterrane Landschaften bewohnen. Süßwasserschildkröten findet man dagegen an Flüssen, Seen, Sümpfen und Teichen.

Meeresschildkröten leben in tropischen, subtropischen und teilweise gemäßigten Meeren.

Daraus wird deutlich, warum es keine einheitliche „Schildkrötenhaltung“ geben kann. Eine Art aus einer trockenen Mittelmeerregion benötigt völlig andere Bedingungen als eine tropische Wasserschildkröte.

Wie alt wird eine Schildkröte?

Die Frage „Wie alt wird eine Schildkröte?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten.

Viele Schildkröten werden mehrere Jahrzehnte alt. Einige Landschildkröten und insbesondere Riesenschildkröten können sogar ein Alter von mehr als 100 Jahren erreichen.

Die Griechische Landschildkröte kann beispielsweise bis zu etwa 80 Jahre alt werden. Der Deutsche Tierschutzbund weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Anschaffung eine außergewöhnlich langfristige Verpflichtung darstellt.

Bei manchen Schildkrötenarten sind sogar Lebensspannen von über 100 Jahren dokumentiert. Andere Arten leben deutlich kürzer. Die tatsächliche Lebenserwartung hängt außerdem von Ernährung, Lebensraum, Krankheiten, Fressfeinden und menschlichen Einflüssen ab.

Auch bei Meeresschildkröten ist die genaue maximale Lebensdauer schwer zu bestimmen. Für die Grüne Meeresschildkröte geht NOAA beispielsweise von 70 Jahren oder mehr aus.

Was frisst eine Schildkröte?

Auch bei der Ernährung einer Schildkröte gibt es keine allgemeingültige Speisekarte. Je nach Art sind Schildkröten Pflanzenfresser, Allesfresser oder Fleischfresser.

Was fressen Landschildkröten?

Mediterrane Landschildkröten wie die Griechische Landschildkröte benötigen überwiegend ballaststoffreiche und vergleichsweise nährstoffarme Pflanzenkost.

Geeignet sind beispielsweise zahlreiche Wildkräuter wie:

  • Löwenzahn
  • Klee
  • Giersch
  • Brennnesseln
  • Distelarten
  • verschiedene Blätter und Kräuter

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt bei Griechischen Landschildkröten vor allem natürliche Wildpflanzen. Fleisch sowie Hunde- oder Katzenfutter sind für diese Art ungeeignet.

Was fressen Wasserschildkröten?

Hier hängt die Ernährung besonders stark von der Art und teilweise auch vom Alter ab. Manche Wasserschildkröten fressen sowohl Pflanzen als auch Insekten, Schnecken, Krebstiere, Würmer oder kleine Fische.

Die Gefleckte Schildkröte beispielsweise ist ein Allesfresser und ernährt sich unter anderem von Insekten, Schnecken, Krebstieren, kleinen Wirbeltieren und Wasserpflanzen.

Was fressen Meeresschildkröten?

Auch Meeresschildkröten haben unterschiedliche Speisepläne. Erwachsene Grüne Meeresschildkröten ernähren sich überwiegend von Seegras und Algen. Lederschildkröten sind dagegen unter anderem auf Quallen spezialisiert.

Unechte Karettschildkröten besitzen kräftige Kiefer und können verschiedene hartschalige Meerestiere fressen.

Warum hat die Schildkröte einen Panzer?

Der Schildkrötenpanzer schützt den Körper vor Verletzungen und Fressfeinden. Er besteht aus Knochen und ist fest mit dem Skelett verbunden.

Viele Landschildkröten können Kopf und Beine weit in den Panzer zurückziehen. Bei Meeresschildkröten funktioniert das dagegen nicht in gleicher Weise. Ihre Körperform ist stärker auf effizientes Schwimmen ausgerichtet.

Trotz seiner Härte kann auch ein Schildkrötenpanzer verletzt werden. Stürze, Fahrzeuge, Hundebisse oder ungeeignete Haltung können schwere Schäden verursachen.

Können Schildkröten ihren Panzer verlassen?

Nein. Eine Schildkröte kann ihren Panzer nicht verlassen.

Der Panzer gehört zum Körper und ist mit Wirbelsäule und Rippen verbunden. Die Vorstellung, eine Schildkröte könne ähnlich wie eine Schnecke aus ihrem „Haus“ herauskommen, ist deshalb falsch.

Auch Berührungen am Panzer können wahrgenommen werden, da dieser lebendes Gewebe enthält.

Wie pflanzen sich Schildkröten fort?

Alle Schildkröten legen Eier. Selbst Meeresschildkröten müssen deshalb zur Fortpflanzung an Land kommen.

Ein Weibchen gräbt normalerweise eine Grube, legt darin seine Eier ab und bedeckt sie anschließend wieder. Eine klassische Brutpflege wie bei vielen Vögeln findet bei den meisten Arten nicht statt.

Bei Meeresschildkröten spielt die Temperatur des Sandes eine entscheidende Rolle bei der Geschlechtsentwicklung. Vereinfacht gesagt entstehen bei niedrigeren Nesttemperaturen häufiger männliche und bei höheren Temperaturen häufiger weibliche Jungtiere.

Nach dem Schlüpfen müssen junge Meeresschildkröten selbstständig das Wasser erreichen. Für sie beginnt dabei eine besonders gefährliche Lebensphase.

Gibt es Schildkröten in Deutschland?

Ja. Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist die ursprünglich in Deutschland vorkommende Schildkrötenart.

Natürliche Bestände sind inzwischen äußerst selten. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz existieren nur noch wenige natürliche Vorkommen, insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In der deutschen Roten Liste wird die Europäische Sumpfschildkröte als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

Daneben werden in deutschen Gewässern immer wieder ausgesetzte oder entkommene exotische Wasserschildkröten gefunden. Sie dürfen deshalb nicht automatisch mit der heimischen Sumpfschildkröte verwechselt werden.

Hält eine Schildkröte Winterschlaf?

Nicht jede Schildkröte hält Winterschlaf oder Winterstarre.

Europäische Landschildkröten sind an jahreszeitliche Temperaturschwankungen angepasst und verbringen die kalte Jahreszeit normalerweise in einer Winterstarre beziehungsweise Winterruhe. Ihr Stoffwechsel wird dabei stark heruntergefahren.

Für Griechische Landschildkröten nennt der Deutsche Tierschutzbund bei kontrollierter Überwinterung beispielsweise Temperaturen von ungefähr 4 bis 6 °C. Die Ruhephase liegt ungefähr zwischen November und März.

Das darf jedoch nicht auf tropische Arten übertragen werden. Schildkröten aus dauerhaft warmen Regionen benötigen keine solche Winterstarre.

Gerade deshalb sollte die Überwinterung eines Haustiers immer nach den Anforderungen der jeweiligen Art geplant werden.

Schildkröte als Haustier: Ist die Haltung einfach?

Eine Schildkröte als Haustier wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Tatsächlich gehören Schildkröten jedoch nicht zu den anspruchslosen Heimtieren.

Vor der Anschaffung müssen unter anderem folgende Punkte geklärt werden:

  • Welche Schildkrötenart soll gehalten werden?
  • Wie groß wird sie?
  • Wie alt kann sie werden?
  • Welche Temperaturen benötigt sie?
  • Braucht sie UV-Licht?
  • Benötigt sie ein Freigehege?
  • Welche Nahrung braucht sie?
  • Hält die Art Winterstarre?
  • Welche Tierarztpraxis kennt sich mit Reptilien aus?
  • Unterliegt die Art Schutz- und Meldepflichten?

Gerade bei europäischen Landschildkröten ist eine dauerhafte Haltung in einem kleinen Wohnzimmerterrarium problematisch. Für die Griechische Landschildkröte fordert der Deutsche Tierschutzbund ein sonniges Freigehege und weist darauf hin, dass eine reine Terrarienhaltung nicht tiergerecht ist.

Hinzu kommt die enorme Lebenserwartung. Wer eine junge Schildkröte übernimmt, muss möglicherweise noch Jahrzehnte später für das Tier sorgen.

Sind Schildkröten meldepflichtig?

Das hängt von der jeweiligen Art ab.

Viele Schildkröten stehen unter internationalem und europäischem Artenschutz. Für bestimmte Arten gelten deshalb Vorschriften zu Herkunftsnachweisen, Kennzeichnung, Handel oder Meldung bei Behörden.

Die Griechische Landschildkröte steht beispielsweise in Anhang A der EU-Artenschutzverordnung. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes besteht in Deutschland eine Meldepflicht; außerdem müssen Herkunft und Kennzeichnung nachvollziehbar sein.

Durch Änderungen der CITES- und EU-Artenschutzbestimmungen können sich außerdem die Regelungen für einzelne Arten verändern. Das Bundesamt für Naturschutz weist darauf hin, dass neu geschützte Tierarten ebenfalls Melde- und Handelsvorschriften unterliegen können.

Vor dem Kauf sollte deshalb immer der aktuelle Schutzstatus der konkreten Art geprüft werden.

Warum sind viele Schildkröten bedroht?

Obwohl Schildkröten eine außergewöhnlich lange Evolutionsgeschichte überstanden haben, sind viele Arten heute stark unter Druck.

Zu den wichtigsten Gefahren gehören:

  • Verlust natürlicher Lebensräume
  • illegaler Wildtierhandel
  • Entnahme von Tieren und Eiern
  • Straßenverkehr
  • Umweltverschmutzung
  • Plastik und Fischereimüll
  • Beifang in Fischernetzen
  • Küstenbebauung
  • Klimaveränderungen

Bei Meeresschildkröten zählt besonders der unbeabsichtigte Beifang in der Fischerei zu den großen Gefahren. Hinzu kommen verlorene Fischereigeräte, Plastikmüll, Schiffsverkehr und der Verlust geeigneter Niststrände.

Höhere Temperaturen können außerdem die Bedingungen an Niststränden verändern. Da das Geschlecht junger Meeresschildkröten temperaturabhängig ist, können langfristige Veränderungen der Sandtemperatur auch das Verhältnis von Männchen zu Weibchen beeinflussen.

Spannende Fakten über Schildkröten

Schildkröten besitzen einige Eigenschaften, die sie von vielen anderen Tieren unterscheiden. Ihr Panzer gehört fest zum Skelett, sie besitzen keine Zähne, sondern schneiden und zerquetschen Nahrung mit ihren hornigen Kiefern.

Meeresschildkröten können gewaltige Wanderungen unternehmen. Manche Tiere legen zwischen ihren Nahrungsgebieten und Niststränden Tausende Kilometer zurück.

Außerdem sind Schildkröten keineswegs grundsätzlich langsam. An Land bewegen sich viele Arten zwar gemächlich, Meeresschildkröten sind dagegen hervorragend an das Schwimmen angepasst.

Auch die Größenunterschiede sind enorm. Während einige Arten nur wenige Zentimeter groß werden, erreichen große Meeresschildkröten und Riesenschildkröten beeindruckende Dimensionen.

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FAQ zur Schildkröte

Wie alt wird eine Schildkröte?

Das hängt von der Art ab. Viele Schildkröten leben mehrere Jahrzehnte. Einige Land- und Riesenschildkröten können mehr als 100 Jahre alt werden. Griechische Landschildkröten erreichen beispielsweise bis zu etwa 80 Jahre.

Was frisst eine Schildkröte?

Das ist artspezifisch. Manche Schildkröten sind Pflanzenfresser, andere Allesfresser oder Fleischfresser. Mediterrane Landschildkröten benötigen überwiegend ballaststoffreiche Wildpflanzen, während bestimmte Wasserschildkröten auch Insekten, Schnecken oder kleine Fische fressen.

Kann eine Schildkröte ohne Panzer leben?

Nein. Der Panzer ist ein fester Bestandteil des Skeletts. Eine Schildkröte kann ihren Panzer deshalb weder verlassen noch ohne ihn leben.

Wie viele Schildkrötenarten gibt es?

Je nach wissenschaftlicher Systematik werden derzeit ungefähr 360 bis 370 lebende Arten unterschieden. Die genaue Zahl verändert sich durch neue Artenbeschreibungen und taxonomische Neubewertungen.

Gibt es Schildkröten in Deutschland?

Ja. Die Europäische Sumpfschildkröte ist die ursprünglich heimische Schildkrötenart Deutschlands. Natürliche Populationen sind heute allerdings sehr selten und die Art gilt hierzulande als vom Aussterben bedroht.

Hält jede Schildkröte Winterschlaf?

Nein. Einige europäische Arten halten eine Winterstarre, tropische Schildkröten dagegen nicht. Die Überwinterung muss deshalb immer an die jeweilige Art angepasst werden.

Ist eine Schildkröte ein gutes Haustier für Anfänger?

Nicht unbedingt. Viele Arten benötigen besondere Temperaturen, UV-Licht, ein großes Freigehege oder eine aufwendige Wasseranlage. Außerdem können Schildkröten viele Jahrzehnte leben und unterliegen teilweise strengen Artenschutzvorschriften.

Wie erkennt man das Geschlecht einer Schildkröte?

Das hängt von Art und Alter ab. Bei vielen Arten unterscheiden sich ausgewachsene Männchen und Weibchen beispielsweise an Schwanzlänge, Panzerform oder Position der Kloake. Bei jungen Tieren lässt sich das Geschlecht häufig noch nicht zuverlässig erkennen.

Haben Schildkröten Zähne?

Nein. Moderne Schildkröten besitzen keine Zähne. Stattdessen haben sie einen hornartigen Schnabel beziehungsweise kräftige Kieferkanten, mit denen sie Pflanzen abbeißen oder Beutetiere zerkleinern.

Können Schildkröten schwimmen?

Viele Arten können hervorragend schwimmen. Meeresschildkröten verbringen fast ihr gesamtes Leben im Wasser. Landschildkröten sind dagegen nicht für tiefes Wasser gebaut und können dort in Gefahr geraten.

Fazit: Die Schildkröte ist weit mehr als ein langsames Tier mit Panzer

Die Schildkröte gehört zu den außergewöhnlichsten Reptilien der Erde. Rund 360 bis 370 heute bekannte Arten haben sich an völlig unterschiedliche Lebensräume angepasst – von trockenen Landschaften über Sümpfe und Flüsse bis zum offenen Ozean.

Ebenso unterschiedlich sind Ernährung, Größe und Lebenserwartung. Manche Schildkröten fressen hauptsächlich Pflanzen, andere bevorzugen Schnecken, Fische oder Quallen. Viele erreichen ein hohes Alter und einige können sogar mehr als ein Jahrhundert leben.

Gerade diese lange Lebenserwartung macht deutlich, dass eine Schildkröte kein unkompliziertes Haustier ist. Wer sie halten möchte, muss sich genau über die jeweilige Art, Ernährung, Temperaturen, Platzbedarf, Winterstarre und mögliche Artenschutzauflagen informieren.

Gleichzeitig benötigen viele wild lebende Schildkröten dringend Schutz. Lebensraumverlust, Fischerei, illegaler Handel und Umweltverschmutzung bedrohen zahlreiche Populationen weltweit.