Gilt eine Gewitterwarnung für meinen Wohnort? Was bedeuten Gelb, Orange, Rot und Violett? Und wie schützt man sich vor Blitzschlag, Hagel, Sturm und Starkregen? Wenn dunkle Wolken aufziehen oder bereits Donner zu hören ist, bleibt oft nur wenig Zeit für eine sichere Entscheidung.
Eine Gewitterwarnung weist darauf hin, dass in einem bestimmten Gebiet Gewitter erwartet werden oder bereits auftreten. Dabei geht die Gefahr nicht nur von Blitzen aus. Je nach Wetterlage können heftiger Regen, Hagel sowie schwere Sturm- oder Orkanböen hinzukommen. Straßen können überflutet werden, Bäume umstürzen und Gegenstände durch die Luft fliegen.
Ob aktuell eine Gewitterwarnung für einen bestimmten Ort gilt, lässt sich nur über eine laufend aktualisierte Warnkarte zuverlässig feststellen. In Deutschland ist dafür vor allem der Deutsche Wetterdienst, kurz DWD, zuständig. Nutzer sollten neben der Warnfarbe immer den vollständigen Warntext, das betroffene Gebiet und den angegebenen Zeitraum lesen.
Gewitterwarnung im Überblick
| Frage | Antwort |
| Wer veröffentlicht amtliche Gewitterwarnungen? | In Deutschland vor allem der Deutsche Wetterdienst |
| Welche Warnstufen gibt es? | Gelb, Orange, Rot und Violett |
| Welche Gefahren können auftreten? | Blitzschlag, Starkregen, Hagel, Sturm- und Orkanböen |
| Wo findet man aktuelle Warnungen? | Auf der DWD-Warnkarte und in der WarnWetter-App |
| Wo ist man bei Gewitter am sichersten? | In einem festen Gebäude |
| Schützt ein Auto vor Blitzen? | Ein geschlossenes Fahrzeug mit Metallkarosserie bietet grundsätzlich Schutz |
| Ist ein Baum ein sicherer Unterstand? | Nein, einzelne Bäume und Waldränder sind gefährlich |
| Darf man durch überflutete Straßen fahren? | Nein, Tiefe und Strömung sind oft nicht erkennbar |
| Wann kann man den Schutzraum verlassen? | Frühestens 30 Minuten nach dem letzten hörbaren Donner |
| Welche Nummer gilt bei akuter Gefahr? | 112 |
Was ist eine Gewitterwarnung?
Eine Gewitterwarnung ist eine zeitlich und räumlich begrenzte amtliche Warnung vor einem erwarteten oder bereits auftretenden Gewitter. Sie kann für eine einzelne Gemeinde, einen Landkreis oder ein größeres Gebiet gelten.
Der Warntext nennt normalerweise:
- das betroffene Gebiet
- Beginn und voraussichtliches Ende
- die erwartete Warnstufe
- mögliche Begleiterscheinungen
- wahrscheinliche Auswirkungen
- Empfehlungen zum richtigen Verhalten
Gewitter können sehr kleinräumig entstehen und sich schnell verändern. Deshalb kann ein Ort von Starkregen und Hagel getroffen werden, während es wenige Kilometer entfernt fast trocken bleibt. Eine Warnung bedeutet also nicht automatisch, dass jeder Punkt des genannten Gebiets gleich stark betroffen sein wird.
Umgekehrt darf eine Warnung nicht ignoriert werden, nur weil am eigenen Standort noch die Sonne scheint. Neue Gewitterzellen können sich kurzfristig bilden oder ihre Zugrichtung verändern.
Gewitterwarnung aktuell prüfen
Wer nach einer aktuellen Gewitterwarnung sucht, sollte zuerst die amtliche Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes öffnen. Dort kann die Warnlage nach Bundesland, Landkreis oder Gemeinde geprüft werden.
Aktuelle Warnmeldungen stehen außerdem über folgende Angebote bereit:
- WarnWetter-App des DWD
- Warn-App NINA
- KATWARN, soweit regional unterstützt
- Cell Broadcast bei schwerwiegenden Gefahren
- Regionale Radio- und Fernsehsender
- Internetseiten von Städten und Landkreisen
- Mitteilungen von Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz
Private Wetter-Apps und soziale Netzwerke können ergänzende Informationen liefern. Bei widersprüchlichen Angaben sollten jedoch die amtlichen Warnungen des DWD und die Anweisungen der örtlichen Behörden Vorrang haben.
Eine Gewitterwarnung kann jederzeit angepasst werden. Daher reicht es nicht, die Wetterlage morgens einmal zu prüfen. Vor Wanderungen, Veranstaltungen, Radtouren oder längeren Fahrten sollte die Warnkarte kurz vor dem Start erneut geöffnet werden.
Gewitterwarnung: Das bedeuten die vier Warnstufen
Der Deutsche Wetterdienst verwendet vier zentrale Warnstufen. Dabei steigen die möglichen Gefahren von Gelb bis Violett. Welche Stufe ausgegeben wird, hängt von den erwarteten Wettererscheinungen ab.
Gelb: Amtliche Warnung
Gelb ist die erste amtliche Warnstufe. Bei einer gelben Gewitterwarnung besteht bereits Blitzgefahr. Je nach Warnlage können Windböen, kräftiger Regen oder kleinkörniger Hagel hinzukommen.
Eine gelbe Warnung bedeutet nicht, dass das Wetter harmlos ist. Besonders auf freien Flächen, an Gewässern, in den Bergen oder auf einem Sportplatz kann bereits ein gewöhnliches Gewitter lebensgefährlich werden.
Empfohlenes Verhalten:
- Wetterentwicklung beobachten
- vollständigen Warntext lesen
- Aktivitäten im Freien rechtzeitig beenden
- Fenster und Türen schließen
- leichte Gegenstände im Außenbereich sichern
- Kinder und Haustiere ins Haus holen
- einen sicheren Rückzugsort bereithalten
Orange: Amtliche Warnung vor markantem Wetter
Orange kennzeichnet eine markante Wetterlage. Neben Blitzschlag können stärkere Böen, Starkregen oder Hagel auftreten. Dadurch sind örtliche Überflutungen, Aquaplaning und Schäden durch herabfallende Äste möglich.
Ausflüge und sportliche Aktivitäten sollten verschoben oder frühzeitig beendet werden. Wer bereits unterwegs ist, sollte ein festes Gebäude aufsuchen und nicht erst warten, bis das Gewitter direkt über dem eigenen Standort liegt.
Rot: Amtliche Unwetterwarnung
Rot bedeutet, dass ein Unwetter erwartet wird oder bereits auftritt. Möglich sind heftiger Starkregen, größerer Hagel und schwere Sturmböen. Bäume können umstürzen, Dächer beschädigt und Straßen innerhalb kurzer Zeit überflutet werden.
Bei einer roten Gewitterwarnung sollte man sich nicht unnötig im Freien aufhalten. Fahrten durch das betroffene Gebiet sollten vermieden werden, sofern dies sicher möglich ist. Keller, Unterführungen und Tiefgaragen können sich bei Starkregen schnell mit Wasser füllen.
Violett: Amtliche Warnung vor extremem Unwetter
Violett ist die höchste Warnstufe. Erwartet werden außergewöhnlich gefährliche Wettererscheinungen. Dazu können extrem heftiger Starkregen, sehr großer Hagel sowie besonders schwere Sturm- oder Orkanböen gehören.
Es besteht eine erhebliche Gefahr für Menschen, Tiere, Gebäude und Verkehr. Betroffene sollten in einem stabilen Gebäude bleiben, Warnmeldungen verfolgen und den Anweisungen der Behörden folgen.
Die genaue Bedeutung der Farben erklärt der DWD in seiner Übersicht zu den amtlichen Warnstufen.
Warum der vollständige Warntext wichtiger als die Farbe ist
Zwei Warnungen derselben Farbe können unterschiedliche Gefahren beschreiben. Eine orangefarbene Gewitterwarnung kann sich beispielsweise hauptsächlich auf Starkregen beziehen. Eine andere Warnung derselben Stufe kann Hagel und Sturmböen in den Mittelpunkt stellen.
Deshalb sollten Nutzer immer prüfen:
- Welche Wettererscheinung wird erwartet?
- Wie groß ist das betroffene Gebiet?
- Wann beginnt die Warnung?
- Wann soll sie enden?
- Sind Hagel oder schwere Böen angekündigt?
- Wird vor Überflutungen gewarnt?
- Welche Verhaltensempfehlungen nennt der DWD?
Auch lokale Bedingungen spielen eine Rolle. In einer dicht bebauten Stadt kann Starkregen die Kanalisation überlasten. In hügeligen Regionen drohen dagegen Sturzfluten, Erdrutsche oder Geröll auf Straßen.
Gewitterwarnung und Vorabinformation: der Unterschied
Eine konkrete Gewitterwarnung gilt für ein bestimmtes Gebiet und einen begrenzten Zeitraum. Eine Vorabinformation vor schwerem Unwetter wird dagegen häufig früher veröffentlicht und umfasst meist eine größere Region.
Zu diesem Zeitpunkt ist zwar eine gefährliche Wetterlage wahrscheinlich, doch Ort, Zeit und Stärke lassen sich möglicherweise noch nicht genau bestimmen. Eine Vorabinformation bedeutet deshalb nicht, dass jede Gemeinde im genannten Gebiet von einem Unwetter getroffen wird.
Sie ist dennoch ein wichtiges Signal. Betroffene können dadurch:
- Ausflüge und Veranstaltungen überprüfen
- Gartenmöbel und lose Gegenstände sichern
- Fahrzeuge geschützt abstellen
- Warn-Apps aktivieren
- einen sicheren Aufenthaltsort planen
- weitere Wetterberichte verfolgen
Eine Vorabinformation kann später angepasst, aufgehoben oder durch eine konkrete Unwetterwarnung ersetzt werden.
Welche Gefahren bringt ein Gewitter?
Blitzschlag
Blitze können Menschen direkt oder indirekt treffen. Ein Einschlag in einen Baum, Mast oder Zaun kann sich über den Boden und verbundene Leitungen ausbreiten. Auch ein Einschlag in größerer Entfernung kann gefährlich sein.
Sobald Donner hörbar ist, befindet man sich grundsätzlich nahe genug am Gewitter, um gefährdet zu sein. Deshalb sollte sofort ein festes Gebäude oder ein geeignetes geschlossenes Fahrzeug aufgesucht werden.
Starkregen
Gewitterzellen können große Regenmengen auf eine kleine Fläche bringen. Weil das Wasser nicht schnell genug versickert oder abfließt, entstehen innerhalb kurzer Zeit Überflutungen.
Mögliche Folgen sind:
- vollgelaufene Keller
- überflutete Tiefgaragen
- unpassierbare Unterführungen
- Aquaplaning
- überlaufende Bäche
- Sturzfluten
- Schlamm und Geröll auf Straßen
- Stromausfälle
- Schäden an Gebäuden
Nach den DWD-Kriterien beginnt eine markante Starkregenwarnung beispielsweise bei 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. Für höhere Warnstufen gelten entsprechend höhere Bereiche. Entscheidend bleibt jedoch die konkrete amtliche Warnmeldung. Die aktuellen Schwellenwerte veröffentlicht der DWD unter seinen Warnkriterien.
Hagel
Hagelkörner können Menschen und Tiere verletzen. Außerdem drohen Schäden an Fahrzeugen, Dächern, Fenstern, Solaranlagen und Pflanzen. Großer Hagel kann Scheiben zerstören und Dachziegel beschädigen.
Ein Fahrzeug sollte nur dann in eine Garage gebracht werden, wenn noch ausreichend Zeit besteht. Niemand sollte durch ein bereits heranziehendes Unwetter fahren, nur um das Auto vor Hagel zu schützen.
Sturm- und Orkanböen
Gewitterböen können plötzlich auftreten und ihre Richtung schnell verändern. Sie können:
- Bäume entwurzeln
- Äste abbrechen
- Bauzäune umwerfen
- Dachziegel lösen
- Trampoline und Gartenmöbel erfassen
- den Straßen- und Bahnverkehr beeinträchtigen
Besonders gefährlich sind Wälder, Parks, Baustellen und Straßen mit vielen Bäumen.
Gewitterwarnung: richtiges Verhalten im Haus
Ein festes Gebäude bietet normalerweise den besten Schutz. Dennoch sollte man sich auch dort vorsichtig verhalten.
Vor dem Eintreffen des Gewitters
- Fenster, Türen und Dachfenster schließen
- Markisen einfahren
- Gartenmöbel und Pflanzenkübel sichern
- Trampoline, Sonnenschirme und Werkzeuge verstauen
- Haustiere ins Haus bringen
- Fahrzeuge rechtzeitig geschützt abstellen
- empfindliche Geräte möglichst vor dem Gewitter vom Strom- und Datennetz trennen
- Taschenlampe und geladenes Mobiltelefon bereithalten
- Warn-Apps kontrollieren
Gegenstände sollten frühzeitig gesichert werden. Beginnt das Gewitter bereits, darf niemand für Gartenmöbel oder ein Fahrzeug ein unnötiges Risiko eingehen.
Während des Gewitters
- im Gebäude bleiben
- Abstand zu großen Fenstern halten
- Türen und Fenster geschlossen lassen
- nicht duschen oder baden, wenn Zweifel am Blitzschutz des Gebäudes bestehen
- kabelgebundene elektrische Geräte möglichst nicht benutzen
- nicht unnötig an Steckern und Leitungen arbeiten
- Warnmeldungen weiterverfolgen
- Keller bei eindringendem Wasser nicht unüberlegt betreten
Stehen elektrische Anlagen oder Steckdosen unter Wasser, besteht Stromschlaggefahr. Ein überfluteter Keller darf dann nicht betreten werden.
Verhalten bei Gewitter im Freien
Wer im Freien von einem Gewitter überrascht wird, sollte sofort ein festes Gebäude oder ein geeignetes Fahrzeug aufsuchen.
Besonders gefährlich sind:
- einzelne Bäume
- Waldränder
- freie Felder
- Berggipfel und Aussichtspunkte
- Masten und Zäune
- offene Schutzhütten
- Zelte und Pavillons
- Seen, Flüsse und Schwimmbecken
- Boote
- Metallgegenstände wie Fahrräder oder Golfschläger
Der bekannte Satz „Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen“ ist falsch. Unter keinem einzelnen Baum ist man bei einem Gewitter sicher.
Ist kein Gebäude oder Fahrzeug erreichbar, sollte man einen möglichst tiefen Punkt aufsuchen, Abstand zu Bäumen und Metall halten und sich mit eng zusammenstehenden Füßen klein machen. Man sollte sich nicht flach auf den Boden legen. Diese Haltung ist allerdings nur eine Notmaßnahme und bietet keinen vollständigen Schutz.
Mitglieder einer Gruppe sollten etwas Abstand voneinander halten. Dadurch sinkt das Risiko, dass bei einem Einschlag mehrere Menschen gleichzeitig verletzt werden.
Ist man bei Gewitter im Auto sicher?
Ein geschlossenes Fahrzeug mit Metallkarosserie bietet grundsätzlich guten Schutz vor Blitzschlag. Die Metallhülle leitet den Blitz um den Innenraum herum.
Dabei gelten folgende Regeln:
- Fenster und Schiebedach schließen
- Fahrzeug möglichst sicher abstellen
- keine Metallteile berühren, die direkt mit der Außenhaut verbunden sind
- nicht unter Bäumen parken
- Unterführungen und überschwemmungsgefährdete Stellen meiden
- Warnmeldungen verfolgen
Das Auto schützt jedoch nicht vor allen Folgen eines Unwetters. Umstürzende Bäume, großer Hagel, Seitenwind und Hochwasser bleiben gefährlich.
Cabrios ohne geschlossenes Metalldach, Motorräder, Fahrräder und offene Fahrzeuge bieten keinen vergleichbaren Blitzschutz.
Gewitterwarnung beim Autofahren
Wer während der Fahrt in ein schweres Gewitter gerät, sollte Geschwindigkeit und Abstand anpassen. Bei sehr schlechter Sicht kann ein sicherer Parkplatz aufgesucht werden.
Wichtig ist:
- Abblendlicht einschalten
- Geschwindigkeit deutlich reduzieren
- größeren Abstand halten
- nicht abrupt bremsen
- mit Aquaplaning rechnen
- überflutete Straßen nicht durchfahren
- nicht unter Bäumen anhalten
- keine Unterführung als Parkplatz nutzen
- Rettungswege freihalten
Warnblinker sind nicht als dauerhafte Beleuchtung bei Regen gedacht. Sie sollten nur eingesetzt werden, wenn tatsächlich vor einer Gefahr gewarnt werden muss.
Eine überflutete Straße darf nicht durchfahren werden. Die Wassertiefe ist von außen kaum einzuschätzen. Das Fahrzeug kann aufschwimmen, weggedrückt werden oder einen Motorschaden erleiden.
Gewitter auf dem Fahrrad oder Motorrad
Fahrräder und Motorräder bieten keinen Schutz vor einem Blitz. Bei einer Gewitterwarnung sollte die Fahrt möglichst gar nicht begonnen werden.
Wer bereits unterwegs ist, sollte:
- die Fahrt beenden
- ein festes Gebäude aufsuchen
- freie und erhöhte Flächen verlassen
- nicht unter einzelnen Bäumen warten
- Abstand zum Fahrzeug halten
- Unterführungen nur ohne Überflutungsgefahr betreten
- keine offene Hütte als sicheren Blitzschutz betrachten
Zusätzlich erhöhen schlechte Sicht, Seitenwind, glatte Fahrbahnen und herumfliegende Gegenstände die Unfallgefahr.
Gewitterwarnung beim Wandern und in den Bergen
In den Bergen kann sich die Wetterlage sehr schnell verändern. Gipfel, Grate, Klettersteige und offene Hochflächen sind bei Gewitter besonders gefährlich.
Vor jeder Tour sollten Wanderer:
- die regionale Wettervorhersage prüfen
- aktuelle Warnmeldungen lesen
- ausreichend Zeit für den Rückweg einplanen
- mögliche Schutzhütten kennen
- früh am Tag starten
- die Tour bei unsicherer Lage verschieben
Sobald Donner zu hören ist, sollten Gipfel, Grate, einzelne Bäume, Drahtseile und Wasserläufe verlassen werden. Eine offene Berghütte oder ein Felsvorsprung bietet nicht automatisch sicheren Blitzschutz.
Verhalten an Seen, im Freibad und auf Booten
Wasserflächen müssen bei einem aufziehenden Gewitter sofort verlassen werden. Schwimmer und Wassersportler befinden sich häufig auf einer offenen Fläche und können weit vom sicheren Ufer entfernt sein.
Deshalb gilt:
- Schwimmen sofort beenden
- Boot rechtzeitig ans Ufer bringen
- Angelruten ablegen
- Strand und Uferbereich verlassen
- ein festes Gebäude aufsuchen
- Anweisungen des Personals befolgen
Auch nach dem letzten Donner sollte man nicht sofort ins Wasser zurückkehren.
Gewitterwarnung bei Veranstaltungen
Bei Festivals, Fußballspielen, Märkten, Campingplätzen oder Open-Air-Konzerten müssen viele Menschen gleichzeitig geschützt werden. Deshalb ist eine frühe Entscheidung besonders wichtig.
Veranstalter sollten:
- die Wetterlage laufend beobachten
- einen schriftlichen Sicherheitsplan besitzen
- sichere Gebäude oder Fahrzeuge bestimmen
- Verantwortlichkeiten festlegen
- Besucher rechtzeitig informieren
- Rettungs- und Fluchtwege freihalten
- Veranstaltungen bei Gefahr unterbrechen oder absagen
Besucher sollten Durchsagen ernst nehmen und das Gelände geordnet verlassen. Eine überfüllte offene Zeltkonstruktion ist kein sicherer Schutz vor Blitzschlag.
Gewitterwarnung für Kinder, Schulen und Kitas
Kinder können die Gefahr eines Gewitters oft noch nicht richtig einschätzen. Erwachsene sollten deshalb früh handeln.
Bei einer Warnung sollten Kinder:
- Spielplätze und Sportplätze verlassen
- nicht unter Bäumen warten
- nicht mehr schwimmen
- Fahrräder stehen lassen, wenn ein sicherer Ort direkt erreichbar ist
- im Gebäude bleiben
- den Anweisungen von Lehrkräften und Betreuungspersonen folgen
Schulen, Kitas und Sportvereine sollten feste Regeln für Gewitterlagen haben. Dazu gehören sichere Aufenthaltsräume, klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Kommunikation mit Eltern.
Wie weit ist ein Gewitter entfernt?
Die Entfernung eines Gewitters lässt sich grob über die Zeit zwischen Blitz und Donner abschätzen. Der Schall benötigt ungefähr drei Sekunden für einen Kilometer.
Beispiele:
| Zeit zwischen Blitz und Donner | Ungefähre Entfernung |
| 3 Sekunden | 1 Kilometer |
| 6 Sekunden | 2 Kilometer |
| 9 Sekunden | 3 Kilometer |
| 15 Sekunden | 5 Kilometer |
| 30 Sekunden | 10 Kilometer |
Diese Rechnung liefert nur eine grobe Orientierung. Die Zugrichtung lässt sich daraus nicht zuverlässig bestimmen. Gewitter können ihre Richtung ändern und neue Zellen bilden.
Sobald Donner hörbar ist, sollte ein sicherer Ort aufgesucht werden. Die Berechnung ersetzt keine amtliche Gewitterwarnung.
Wann ist ein Gewitter vorbei?
Als vorsichtige Sicherheitsregel gilt: Nach dem letzten hörbaren Donner mindestens 30 Minuten in einem geschützten Bereich bleiben.
Auch wenn der Himmel bereits heller wird, kann ein Blitz noch in größerer Entfernung von der sichtbaren Gewitterzelle einschlagen. Zudem kann eine weitere Zelle folgen.
Vor dem Verlassen des Schutzraums sollten aktuelle Warnmeldungen erneut geprüft werden.
Was ist nach einem Gewitter zu beachten?
Nach dem Gewitter können weiterhin Gefahren bestehen. Äste können später abbrechen, Straßen überflutet sein und Stromleitungen am Boden liegen.
Daher gilt:
- beschädigte Bereiche nicht betreten
- Abstand zu heruntergerissenen Leitungen halten
- überflutete Räume nur bei ausgeschlossener Stromgefahr betreten
- instabile Bäume und Dächer meiden
- Verletzten Erste Hilfe leisten
- Rettungswege freihalten
- Warnungen vor weiteren Gewittern prüfen
- Schäden nur fotografieren, wenn dies gefahrlos möglich ist
Bei Verletzten, Bränden, eingestürzten Gebäudeteilen oder einer anderen akuten Gefahr gilt die Notrufnummer 112. Reine Sachschäden ohne unmittelbare Gefahr sind kein Fall für den Notruf.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt weitere Hinweise zur Vorsorge und zum Verhalten bei Sturm, Gewitter und Hagel bereit.
Gewitterwarnung: sinnvolle Vorbereitung
Ein Gewitter lässt sich nicht verhindern, doch viele Schäden können durch Vorbereitung reduziert werden.
Sinnvoll sind:
- WarnWetter-App oder NINA installieren
- Warnmeldungen für den Wohnort aktivieren
- Taschenlampen und Ersatzbatterien bereithalten
- Powerbank aufladen
- wichtige Telefonnummern speichern
- Dachrinnen und Abflüsse freihalten
- lose Gegenstände im Garten sichern
- Kellerfenster kontrollieren
- Rückstauklappen regelmäßig warten
- Versicherungsschutz prüfen
- persönliche Notfallvorsorge planen
Menschen in tiefer gelegenen Gebäuden sollten besonders auf Starkregenwarnungen achten. Wertvolle oder empfindliche Gegenstände sollten nicht direkt auf dem Kellerboden gelagert werden.
Häufige Fehler bei einer Gewitterwarnung
Viele riskante Situationen entstehen durch falsche Annahmen. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- unter einem Baum Schutz suchen
- trotz hörbaren Donners weiter schwimmen
- auf einem Gipfel oder offenen Feld bleiben
- eine überflutete Straße durchfahren
- erst während des Gewitters Gartenmöbel sichern
- nur auf eine private Wetter-App vertrauen
- eine gelbe Warnung grundsätzlich ignorieren
- nach dem ersten Sonnenschein sofort nach draußen gehen
- ein Zelt oder eine offene Hütte für blitzsicher halten
- Warnungen wegen trockenen Wetters am eigenen Standort nicht ernst nehmen
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Häufige Fragen zur Gewitterwarnung
Eine Gewitterwarnung informiert darüber, dass in einem bestimmten Gebiet Gewitter erwartet werden oder bereits auftreten. Je nach Warnstufe können Blitzschlag, Starkregen, Hagel und schwere Windböen drohen.
Aktuelle Gewitterwarnungen finden Sie auf der Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes, in der WarnWetter-App sowie über offizielle Warnsysteme wie NINA.
Gelb ist die erste amtliche Warnstufe. Es besteht Blitzgefahr. Je nach Wetterlage können Windböen, kräftiger Regen oder kleinkörniger Hagel hinzukommen.
Orange steht für eine amtliche Warnung vor markantem Wetter. Möglich sind stärkere Böen, Starkregen, Hagel, herabfallende Äste und örtliche Überflutungen.
Rot bezeichnet eine amtliche Unwetterwarnung. Es können heftiger Starkregen, größerer Hagel und schwere Sturmböen auftreten. Aufenthalte im Freien sollten vermieden werden.
Violett ist die höchste Warnstufe. Sie warnt vor einem extremen Unwetter mit einer erheblichen Gefahr für Menschen, Tiere, Gebäude und Verkehr.
Bei einer aktiven Warnung sollte der Spaziergang verschoben werden. Sobald Donner zu hören ist, muss ein festes Gebäude oder ein geeignetes Fahrzeug aufgesucht werden.
Nein. Einzelne Bäume und Waldränder sind besonders gefährlich. Dabei spielt die Baumart keine Rolle.
Ein geschlossenes Auto mit Metallkarosserie bietet grundsätzlich Schutz vor Blitzschlag. Es schützt jedoch nicht automatisch vor Hochwasser, großem Hagel oder umstürzenden Bäumen.
In modernen Gebäuden mit fachgerecht ausgeführtem Blitz- und Potentialausgleich ist das Risiko geringer. Wer den Zustand der Installation nicht kennt, sollte während eines Gewitters vorsichtshalber nicht duschen oder baden.
Teilen Sie die Sekunden zwischen Blitz und Donner ungefähr durch drei. Das Ergebnis entspricht der Entfernung in Kilometern. Diese Schätzung ist jedoch kein Ersatz für eine amtliche Warnmeldung.
Als vorsichtige Faustregel sollte man mindestens 30 Minuten nach dem letzten hörbaren Donner in einem geschützten Bereich bleiben.
Sofort die 112 verständigen, Atmung prüfen und bei einem Kreislaufstillstand mit der Wiederbelebung beginnen. Eine vom Blitz getroffene Person ist nicht elektrisch geladen und kann ohne Gefahr berührt werden.
Bei Verletzten, Feuer oder einer anderen akuten Gefahr gilt die Notrufnummer 112. Nicht dringende Sachschäden sollten über die zuständigen örtlichen Stellen oder die Versicherung gemeldet werden.
Fazit zur Gewitterwarnung
Eine Gewitterwarnung sollte immer ernst genommen werden. Bereits bei der gelben Warnstufe besteht Blitzgefahr. Bei Orange, Rot oder Violett können Starkregen, Hagel sowie schwere Sturm- oder Orkanböen hinzukommen.
Entscheidend sind nicht nur die Warnfarbe, sondern auch das betroffene Gebiet, der Zeitraum und der vollständige Warntext. Wer frühzeitig ein festes Gebäude aufsucht, Aktivitäten im Freien beendet und amtliche Meldungen verfolgt, reduziert das persönliche Risiko erheblich.
Ob aktuell eine Warnung gilt, sollte direkt über den Deutschen Wetterdienst geprüft werden. Bei einer konkreten Gefahrenlage haben die Meldungen des DWD und die Anweisungen der örtlichen Behörden immer Vorrang.
