coco chanel

Coco Chanel: Leben, Chanel No. 5, Mode & Kontroverse

Stefan
17 Min Read
coco chanel

Coco Chanel gehört zu den einflussreichsten Modeschöpferinnen des 20. Jahrhunderts. Die Französin machte aus schlichten Stoffen, klaren Linien und Elementen der Herrenmode einen völlig neuen Stil für Frauen. Jersey, Tweed, das kleine Schwarze, lange Perlenketten und die berühmte 2.55-Handtasche sind bis heute untrennbar mit ihrem Namen verbunden.

Hinter der eleganten Fassade verbarg sich allerdings eine außergewöhnlich widersprüchliche Biografie. Gabrielle Chanel wuchs in einfachen Verhältnissen auf, verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in einer von Nonnen geführten Einrichtung und schaffte anschließend den Aufstieg bis an die Spitze der internationalen Modewelt. 1910 eröffnete sie ihre erste eigene Hutboutique in Paris. Wenige Jahrzehnte später gehörte Chanel zu den bekanntesten Luxusmarken der Welt.

Gleichzeitig lässt sich ihre Geschichte nicht ausschließlich als Erfolgserzählung darstellen. Besonders Coco Chanels Verhalten während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg beschäftigt Historiker bis heute. Dokumente belegen ihre Beziehung zu einem deutschen Geheimdienstoffizier und Kontakte zum deutschen Nachrichtendienst. Neuere Archivfunde deuten jedoch gleichzeitig darauf hin, dass ihr Name auch in französischen Unterlagen über Angehörige der Résistance auftauchte. Die historischen Zusammenhänge sind deshalb komplizierter, als es die einfache Einordnung als Heldin oder Verräterin vermuten lässt.

Coco Chanel im Steckbrief

MerkmalInformation
Vollständiger NameGabrielle Chanel, bekannt als Coco Chanel
Geboren19. August 1883
GeburtsortSaumur, Frankreich
Gestorben10. Januar 1971
SterbeortParis, Frankreich
Alter beim Tod87 Jahre
BerufModedesignerin, Unternehmerin
ModehausChanel
Erste eigene Boutique1910 in Paris
Berühmtestes ParfumChanel N°5
Berühmte DesignsLittle Black Dress, Chanel-Kostüm, 2.55-Handtasche
Ehemannnie verheiratet
Kinderkeine eigenen Kinder
Bedeutende PartnerBoy Capel, Duke of Westminster
Comeback1954 im Alter von 71 Jahren

Coco Chanel: Kindheit und Herkunft

Coco Chanel wurde am 19. August 1883 im französischen Saumur geboren. Ihre Kindheit hatte wenig mit dem Luxus zu tun, für den ihr Name später stehen sollte. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter kam Gabrielle zusammen mit ihrer Schwester in die Obhut einer religiösen Einrichtung. Dort lernte sie unter anderem das Nähen.

Chanel sprach später nur ungern über diese Jahre. Tatsächlich erzählte sie im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Versionen ihrer Kindheit und trug damit selbst zur Entstehung ihrer eigenen Legende bei.

Als junge Frau arbeitete Gabrielle zunächst als Näherin. Gleichzeitig trat sie zeitweise als Sängerin in Cafés und Unterhaltungslokalen auf. Aus dieser Phase stammt wahrscheinlich ihr später weltberühmter Spitzname „Coco“, wobei dessen genaue Entstehung nicht zweifelsfrei geklärt ist.

Entscheidend war anschließend der Kontakt zu wohlhabenden Männern, durch den Chanel Zugang zu gesellschaftlichen Kreisen erhielt, die ihr zuvor verschlossen gewesen waren.

Wie Coco Chanel ihre Modekarriere begann

Zunächst konzentrierte sich Chanel auf Hüte. 1910 eröffnete sie unter dem Namen „Chanel Modes“ eine Hutboutique in der Rue Cambon in Paris. Wohlhabende Kundinnen und bekannte Schauspielerinnen trugen ihre vergleichsweise schlichten Entwürfe und machten ihren Namen zunehmend bekannt.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der englische Geschäftsmann und Polospieler Arthur „Boy“ Capel. Er gehörte nicht nur zu Chanels großen Lieben, sondern unterstützte auch ihre geschäftlichen Anfänge. Das Victoria and Albert Museum bezeichnet Capel als den ersten Investor ihres Modegeschäfts.

Weitere Geschäfte folgten in Deauville und Biarritz. 1915 eröffnete Chanel in Biarritz ihr erstes Couture-Haus, in dem zeitweise rund 300 Mitarbeiterinnen beschäftigt waren. 1918 etablierte sie schließlich ihr Modehaus an der bis heute legendären Adresse 31 Rue Cambon in Paris.

Wie Coco Chanel die Damenmode veränderte

Coco Chanels vielleicht größte Leistung bestand darin, Kleidung nicht nur nach ihrem Aussehen, sondern nach der Bewegungsfreiheit der Frau zu beurteilen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Korsetts, komplizierte Unterwäsche und stark geformte Silhouetten noch verbreitet. Chanel setzte stattdessen auf bequemere Schnitte, funktionale Kleidungsstücke und Materialien, die zuvor kaum mit luxuriöser Damenmode verbunden worden waren.

Besonders wichtig wurde Jersey. Das Material war zuvor vor allem für Unterwäsche und praktische Kleidung verwendet worden. Chanel erkannte jedoch, dass sich der weiche Stoff hervorragend für locker fallende Kleider, Pullover und Kombinationen eignete. Das Ergebnis war eine Mode, in der Frauen sich wesentlich freier bewegen konnten.

Außerdem griff sie bewusst Elemente aus der Herrenmode auf. Matrosenoberteile, Hosen, Strickkleidung und später Tweedjacken wurden Teil ihrer gestalterischen Sprache.

Coco Chanel und das kleine Schwarze

Eines der bekanntesten Kleidungsstücke ihrer Karriere ist das Little Black Dress, auf Deutsch meist „das kleine Schwarze“ genannt.

Chanel erfand schwarze Kleider zwar nicht. Sie trug jedoch entscheidend dazu bei, Schwarz von einer Farbe der Trauer und Dienstkleidung zu einer Farbe moderner Eleganz zu machen.

1926 veröffentlichte die amerikanische Vogue die Zeichnung eines schlichten schwarzen Chanel-Kleides und verglich dessen universelle Bedeutung sinngemäß mit dem Ford-Automobil. Das Kleid sollte einfach, vielseitig und für unterschiedlichste Situationen tragbar sein. Damit wurde das kleine Schwarze zu einem der dauerhaftesten Modekonzepte des 20. Jahrhunderts.

Chanel No. 5 machte Coco Chanel endgültig weltberühmt

Nicht nur Kleidung machte Chanel zur Ikone. 1921 erschien mit Chanel N°5 eines der berühmtesten Parfums der Geschichte.

Entwickelt wurde der Duft gemeinsam mit dem Parfümeur Ernest Beaux. Chanel wählte nach der überlieferten Geschichte die fünfte Duftprobe aus, die Beaux ihr präsentierte. Auch ihre Vorliebe für die Zahl fünf spielte beim Namen eine wichtige Rolle.

Das Parfum unterschied sich deutlich von vielen damaligen Düften. Statt einfach eine einzelne Blume nachzuahmen, setzte Beaux auf eine komplexere, abstraktere Komposition.

Zudem war die Verbindung von Haute Couture und Parfum damals ungewöhnlich. Chanel erkannte früh, dass sich eine Modemarke über Kleider hinaus zu einer umfassenden Luxuswelt entwickeln konnte.

1924 entstand die Société des Parfums Chanel, um Parfums und Kosmetikprodukte in größerem Umfang herzustellen und zu vertreiben.

Später trug auch Marilyn Monroe entscheidend zur Legende von Chanel N°5 bei. Ihre berühmte Bemerkung darüber, den Duft nachts zu tragen, machte das Parfum in den 1950er-Jahren noch bekannter.

Coco Chanel und ihre Männer

Coco Chanel war nie verheiratet und hatte keine eigenen Kinder. Trotzdem spielten mehrere Beziehungen eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Besonders prägend war Boy Capel. Er unterstützte ihre frühen geschäftlichen Schritte und beeinflusste offenbar auch ihren Stil. Sein Tod bei einem Autounfall 1919 traf Chanel schwer.

1923 begann außerdem ihre langjährige Beziehung mit Hugh Grosvenor, dem 2. Duke of Westminster, einem der reichsten Männer Großbritanniens. Durch diese Beziehung verbrachte Chanel viel Zeit in England und Schottland.

Dort entwickelte sich auch ihre Begeisterung für britische Stoffe und Herrenbekleidung weiter. Besonders Tweed wurde später zu einem charakteristischen Bestandteil der Chanel-Mode. Gleichzeitig lernte sie in diesen gesellschaftlichen Kreisen Persönlichkeiten wie Winston Churchill kennen.

Trotz ihrer Beziehungen bewahrte Chanel ihre persönliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit und heiratete nie.

Coco Chanel im Zweiten Weltkrieg: Nazi-Kollaboration und neue Erkenntnisse

Der schwierigste Teil ihrer Biografie betrifft die Jahre der deutschen Besatzung Frankreichs.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs schloss Chanel ihr Couture-Geschäft. Während der Besatzung lebte sie weiterhin im Pariser Hotel Ritz und unterhielt eine Beziehung mit Hans Günther von Dincklage, einem deutschen Offizier mit Verbindungen zum Nachrichtendienst.

Freigegebene französische Unterlagen zeigen, dass Chanel vom deutschen Geheimdienst Abwehr als Agentin beziehungsweise Quelle registriert worden war. Wie umfassend sie selbst ihre formale Einordnung innerhalb des Geheimdienstsystems verstand, lässt sich anhand der vorhandenen Dokumente allerdings nicht vollständig bestimmen.

Besonders belastend ist außerdem ihr Versuch, während der Besatzungszeit mithilfe der antisemitischen sogenannten „Arisierungsgesetze“ die Kontrolle über das profitable Parfumgeschäft von der jüdischen Unternehmerfamilie Wertheimer zu übernehmen. Dieser Versuch scheiterte.

Die Bewertung wurde durch neuere Archivfunde noch komplexer. Für eine große Chanel-Ausstellung des Victoria and Albert Museum wurden Unterlagen präsentiert, in denen Gabrielle „Coco“ Chanel auch als Angehörige der französischen Résistance dokumentiert wird. Die Kuratorin Oriole Cullen betonte jedoch ausdrücklich, dass diese Dokumente Chanel nicht von den nachgewiesenen Verbindungen zur deutschen Seite entlasten. Vielmehr deuten die Quellen auf eine widersprüchliche Verwicklung mit unterschiedlichen Seiten hin.

Nach der Befreiung von Paris wurde Chanel wegen ihrer Kontakte verhört, jedoch nicht wegen Kollaboration angeklagt. Anschließend verbrachte sie mehrere Jahre überwiegend in der Schweiz.

Coco Chanels großes Comeback mit 71 Jahren

1954 geschah etwas, das in der Modewelt kaum jemand erwartet hatte: Coco Chanel kehrte im Alter von 71 Jahren zur Haute Couture zurück.

Frankreichs Modewelt hatte sich inzwischen stark verändert. Christian Diors figurbetonter „New Look“ dominierte die Nachkriegszeit. Chanel hielt dagegen weiterhin an ihrem Konzept einer eleganten, aber beweglichen und bequemen Garderobe fest.

Während ihre erste Comeback-Kollektion in Frankreich zunächst eher kritisch aufgenommen wurde, reagierte insbesondere die amerikanische Presse positiv. Nach und nach setzte sich Chanel erneut durch.

In dieser zweiten Karrierephase entstanden einige ihrer bis heute wichtigsten Designcodes.

1955 brachte sie beispielsweise die legendäre 2.55-Handtasche heraus. Ihr Name leitet sich von Februar 1955 ab. Statt eine Handtasche ständig in der Hand halten zu müssen, konnten Frauen das Modell dank einer Kette über der Schulter tragen. Auch hier verband Chanel Luxus mit praktischer Bewegungsfreiheit.

1956 etablierte sich zudem das typische Chanel-Kostüm mit Tweedjacke, während 1957 der berühmte zweifarbige Schuh mit heller Grundfarbe und schwarzer Spitze hinzukam.

Wann und woran starb Coco Chanel?

Coco Chanel arbeitete praktisch bis zu ihrem Lebensende.

Am 10. Januar 1971 starb sie im Hotel Ritz in Paris im Alter von 87 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt bereitete sie weiterhin eine neue Kollektion vor. Ihre letzte Kollektion wurde nach ihrem Tod präsentiert und erhielt großen Zuspruch.

Damit endete eine rund sechs Jahrzehnte dauernde Karriere.

Das Modehaus selbst lebte jedoch weiter. Einen entscheidenden Wendepunkt gab es 1983, als Karl Lagerfeld zum künstlerischen Direktor von Chanel ernannt wurde. Er griff viele von Coco Chanels ursprünglichen Codes auf, interpretierte sie neu und trug entscheidend dazu bei, die Marke für neue Generationen relevant zu machen.

Wem gehört Chanel heute?

Das heutige Unternehmen gehört nicht den Nachfahren Coco Chanels – sie hatte keine Kinder.

Chanel befindet sich im Besitz der Brüder Alain und Gérard Wertheimer, Enkel von Pierre Wertheimer, der bereits in den 1920er-Jahren Geschäftspartner von Gabrielle Chanel beim Ausbau des Parfumgeschäfts geworden war. Auch 2026 befindet sich das Unternehmen weiterhin in Familienbesitz.

Damit ist gerade die Geschichte der Familie Wertheimer bemerkenswert: Obwohl Coco Chanel während der deutschen Besatzung versucht hatte, ihre jüdischen Geschäftspartner aus dem Parfumunternehmen zu verdrängen, entwickelte sich die Wertheimer-Familie später zur alleinigen Eigentümerfamilie des gesamten Modehauses.

Warum ist Coco Chanel bis heute so berühmt?

Coco Chanel hinterließ weit mehr als einzelne berühmte Produkte.

Ihr eigentliches Vermächtnis besteht darin, dass sie eine neue Vorstellung davon etablierte, wie moderne Frauen sich kleiden konnten. Kleidung sollte elegant wirken, ohne den Körper unnötig einzuschränken. Sie machte aus Jersey ein modisches Material, kombinierte Damen- und Herrenmode, etablierte Schwarz als elegante Alltagsfarbe und verwandelte praktische Accessoires in Luxusobjekte.

Das Victoria and Albert Museum beschreibt Komfort, Einfachheit und Tragbarkeit als zentrale Prinzipien ihrer rund 60-jährigen Karriere. Genau diese Kombination erklärt, warum so viele Chanel-Codes mehr als ein Jahrhundert nach der Gründung ihres Unternehmens noch immer erkennbar sind.

Gleichzeitig darf ihr Einfluss auf die Mode nicht dazu führen, problematische Teile ihrer Biografie auszublenden. Gerade die inzwischen zugänglichen Dokumente aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zeigen, wie widersprüchlich Gabrielle Chanel als historische Persönlichkeit war.

Mehr lesen: Das Leben von David Schwimmers Tochter Cleo Buckman nach der Scheidung ihrer Eltern

FAQ zu Coco Chanel

Wie hieß Coco Chanel wirklich?

Coco Chanel hieß Gabrielle Chanel und wurde am 19. August 1883 in Saumur in Frankreich geboren. Der Spitzname „Coco“ entstand vermutlich während ihrer Zeit als junge Sängerin, wobei die genaue Herkunft nicht eindeutig geklärt ist.

Was hat Coco Chanel erfunden?

Coco Chanel erfand nicht jedes Kleidungsstück, das heute mit ihrem Namen verbunden wird. Sie revolutionierte jedoch deren Verwendung. Besonders bekannt wurde sie für ihre Jersey-Mode, das kleine Schwarze, Tweedkostüme, Modeschmuck, die 2.55-Handtasche und die zweifarbigen Schuhe.

Hat Coco Chanel Chanel No. 5 erfunden?

Chanel N°5 entstand 1921 in Zusammenarbeit zwischen Coco Chanel und dem Parfümeur Ernest Beaux. Chanel wählte die fünfte der ihr präsentierten Duftkompositionen aus – daher stammt der Name N°5.

War Coco Chanel verheiratet?

Nein. Coco Chanel heiratete nie. Sie hatte jedoch mehrere bekannte Beziehungen, darunter mit Boy Capel und dem Duke of Westminster.

Hatte Coco Chanel Kinder?

Nein, Coco Chanel hatte keine eigenen Kinder. Deshalb wird das Unternehmen Chanel heute auch nicht von direkten Nachkommen der Modeschöpferin kontrolliert.

War Coco Chanel eine Nazi-Agentin?

Deutsche Geheimdienstunterlagen führten Chanel während des Zweiten Weltkriegs als Agentin beziehungsweise Quelle der Abwehr, und ihre Beziehung zu Hans Günther von Dincklage ist belegt. Neuere französische Dokumente führen sie zugleich als Person mit bestätigter Résistance-Aktivität. Historiker bewerten ihre Rolle deshalb differenziert; die neuen Erkenntnisse widerlegen ihre Zusammenarbeit mit deutschen Stellen nicht.

Wann ist Coco Chanel gestorben?

Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 im Alter von 87 Jahren im Hotel Ritz in Paris. Sie arbeitete bis kurz vor ihrem Tod an ihrer nächsten Kollektion.

Wem gehört Chanel heute?

Das Modehaus Chanel gehört 2026 Alain und Gérard Wertheimer, den Enkeln des früheren Chanel-Geschäftspartners Pierre Wertheimer. Das Unternehmen befindet sich weiterhin in Privatbesitz.

Fazit: Coco Chanel zwischen Modelegende und kontroverser Persönlichkeit

Coco Chanel revolutionierte die Frauenmode und schuf mit Chanel N°5, dem kleinen Schwarzen, dem Tweedkostüm und der 2.55-Handtasche einige der bekanntesten Symbole der Modegeschichte.

Ihr Aufstieg von einer schwierigen Kindheit zu einer international erfolgreichen Unternehmerin war außergewöhnlich. Noch Jahrzehnte nach ihrem Tod prägen ihre Ideen das Modehaus Chanel und weit darüber hinaus die Vorstellung moderner Eleganz.

Dennoch ist ihre Geschichte nicht ausschließlich glamourös. Ihre Beziehung zu einem deutschen Nachrichtendienstoffizier, ihre Registrierung in deutschen Geheimdienstunterlagen und insbesondere ihr Versuch, antisemitische Gesetze gegen ihre jüdischen Geschäftspartner einzusetzen, gehören ebenso zu ihrer Biografie. Neuere Hinweise auf Kontakte beziehungsweise eine dokumentierte Zugehörigkeit zur französischen Résistance machen das Bild komplexer, beseitigen diese belastenden Fakten jedoch nicht.

Gerade diese Gegensätze machen Gabrielle „Coco“ Chanel bis heute zu einer der faszinierendsten, einflussreichsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten der Modegeschichte.