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Gina Lollobrigida: Filme, Ehemann, Sohn, Tod & Erbe

Stefan
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Gina Lollobrigida gehörte zu den größten europäischen Filmstars der 1950er- und 1960er-Jahre. Mit ihrer ausdrucksstarken Erscheinung, ihrem Temperament und ihrem schauspielerischen Talent wurde die Italienerin zu einem internationalen Symbol des Nachkriegskinos. Filme wie „Brot, Liebe und Fantasie“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Trapez“ und „Komm September“ machten sie weltberühmt.

Dabei beschränkte sich Gina Lollobrigida keineswegs auf die Schauspielerei. Nachdem ihre Filmkarriere an Bedeutung verloren hatte, arbeitete sie erfolgreich als Fotografin, Bildhauerin und Künstlerin. Privat war sie von 1949 bis 1971 mit dem Arzt Milko Škofič verheiratet. Aus dieser Ehe stammt ihr einziger Sohn Andrea Milko Škofič.

Gina Lollobrigida starb am 16. Januar 2023 im Alter von 95 Jahren in Rom. Nach ihrem Tod sorgten vor allem ihr Testament, ihr Vermögen und der Konflikt zwischen ihrem Sohn und ihrem früheren Assistenten Andrea Piazzolla für Schlagzeilen.

Gina Lollobrigida im Überblick

FrageAntwort
Vollständiger NameLuigia Lollobrigida
KünstlernameGina Lollobrigida
Geburtsdatum4. Juli 1927
GeburtsortSubiaco, Latium, Italien
Todestag16. Januar 2023
SterbeortRom, Italien
Alter beim Tod95 Jahre
BerufSchauspielerin, Fotografin, Bildhauerin und Künstlerin
EhemannMilko Škofič, verheiratet von 1949 bis 1971
KindAndrea Milko Škofič
Bekannte Filme„Brot, Liebe und Fantasie“, „Trapez“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Komm September“
SpitznameLa Lollo
AuszeichnungenUnter anderem David di Donatello, Nastro d’Argento und Golden Globe
GrabstätteFriedhof ihres Geburtsortes Subiaco

Wer war Gina Lollobrigida?

Gina Lollobrigida wurde am 4. Juli 1927 unter dem Namen Luigia Lollobrigida in Subiaco geboren. Die italienische Kleinstadt liegt östlich von Rom. Ihr Vater war Möbelhersteller beziehungsweise Handwerker. Gina wuchs zusammen mit drei Schwestern in vergleichsweise einfachen Verhältnissen auf.

Während des Zweiten Weltkriegs erlebte die Familie schwierige Zeiten. Nach Kriegsende zog sie nach Rom. Dort studierte Gina Lollobrigida zunächst Bildhauerei und Malerei. Gleichzeitig verdiente sie Geld als Fotomodell und nahm an Schönheitswettbewerben teil.

Beim Wettbewerb Miss Italia 1947 erreichte sie den dritten Platz. Obwohl sie den Titel nicht gewann, verschaffte ihr die Teilnahme Aufmerksamkeit in der italienischen Filmbranche. Bald darauf erhielt sie erste kleine Filmrollen.

Wie Gina Lollobrigida zum Weltstar wurde

Ihre Karriere begann mit kleineren Auftritten in italienischen Produktionen. Den entscheidenden Durchbruch schaffte Gina Lollobrigida Anfang der 1950er-Jahre. Besonders erfolgreich war die Komödie „Brot, Liebe und Fantasie“ aus dem Jahr 1953. Darin spielte sie an der Seite von Vittorio De Sica die selbstbewusste Dorfschönheit Maria.

Der Film wurde sowohl beim Publikum als auch bei Kritikern ein großer Erfolg. Lollobrigida erhielt für ihre Darstellung den italienischen Filmpreis Nastro d’Argento und außerdem eine BAFTA-Nominierung. Ein Jahr später folgte die Fortsetzung „Liebe, Brot und Eifersucht“.

Obwohl Hollywood-Produzent Howard Hughes sie früh für das amerikanische Kino gewinnen wollte, blieb Gina Lollobrigida zunächst in Europa. Ein komplizierter Vertrag mit Hughes erschwerte ihr zeitweise Auftritte in Filmen, die direkt in den USA produziert wurden. Dennoch gelang ihr der internationale Aufstieg über europäische und amerikanische Produktionen, die außerhalb der Vereinigten Staaten entstanden.

Die berühmtesten Filme von Gina Lollobrigida

Gina Lollobrigida arbeitete mit zahlreichen bekannten Schauspielern und Regisseuren zusammen. Zu ihren wichtigsten Filmen gehören:

  • „Fanfan, der Husar“ von 1952
  • „Die Schönen der Nacht“ von 1952
  • „Brot, Liebe und Fantasie“ von 1953
  • „Schach dem Teufel“ von 1953
  • „Die Römische“ von 1954
  • „Die schönste Frau der Welt“ von 1955
  • „Trapez“ von 1956
  • „Der Glöckner von Notre Dame“ von 1956
  • „Salomon und die Königin von Saba“ von 1959
  • „Komm September“ von 1961
  • „Kaiserliche Venus“ von 1962
  • „Buona Sera, Mrs. Campbell“ von 1968

In „Trapez“ stand sie gemeinsam mit Burt Lancaster und Tony Curtis vor der Kamera. In „Der Glöckner von Notre Dame“ verkörperte sie Esmeralda, während Anthony Quinn den Quasimodo spielte.

Zu ihren bekanntesten Hollywood-Partnern zählten außerdem Humphrey Bogart, Frank Sinatra, Yul Brynner und Rock Hudson. Für ihre Rolle an der Seite von Rock Hudson in „Komm September“ erhielt sie 1961 einen Golden Globe als internationaler Publikumsliebling.

Warum wurde Gina Lollobrigida „die schönste Frau der Welt“ genannt?

Der Beiname geht vor allem auf den Film „Die schönste Frau der Welt“ aus dem Jahr 1955 zurück. Darin spielte Gina Lollobrigida die italienische Sängerin Lina Cavalieri. Der Titel entwickelte sich anschließend zu einer häufig verwendeten Bezeichnung für die Schauspielerin selbst.

In Italien wurde sie liebevoll „La Lollo“ genannt. Gemeinsam mit Sophia Loren verkörperte sie das neue Bild des italienischen Filmstars: selbstbewusst, temperamentvoll und international erfolgreich.

Medien stellten Lollobrigida und Loren immer wieder als Konkurrentinnen dar. Gina Lollobrigida äußerte sich mehrfach kritisch über ihre Kollegin. Wie groß die tatsächliche Rivalität war und wie viel davon durch die Presse verstärkt wurde, lässt sich jedoch kaum eindeutig beurteilen.

Wer war Gina Lollobrigidas Ehemann?

Der einzige unbestrittene Ehemann von Gina Lollobrigida war der slowenische Arzt Milko Škofič. Das Paar heiratete 1949. Später gab Škofič seinen Beruf als Arzt auf und übernahm Aufgaben als Manager seiner berühmten Frau.

1957 kam ihr gemeinsamer Sohn Andrea Milko Škofič zur Welt. Anfang der 1960er-Jahre lebte die Familie vorübergehend in Kanada. Die Ehe hielt jedoch nicht dauerhaft. Gina Lollobrigida und Milko Škofič trennten sich und ließen sich 1971 scheiden.

Danach heiratete die Schauspielerin nach ihrer eigenen Darstellung nicht erneut. Ihr Verhältnis zu dem Spanier Javier Rigau y Rafols führte allerdings zu einem jahrelangen Rechtsstreit.

Was geschah zwischen Gina Lollobrigida und Javier Rigau?

Gina Lollobrigida lernte den deutlich jüngeren spanischen Geschäftsmann Javier Rigau y Rafols nach übereinstimmenden Berichten in den 1980er-Jahren kennen. Im Jahr 2006 gaben beide ihre Verlobung bekannt. Die geplante öffentliche Hochzeit wurde jedoch abgesagt.

Später stellte sich heraus, dass in Spanien eine Eheschließung per Vollmacht registriert worden war. Lollobrigida erklärte, sie habe einer solchen Heirat nicht bewusst zugestimmt und Rigau habe von einer zuvor erteilten Vollmacht Gebrauch gemacht. Rigau widersprach dieser Darstellung.

Daraufhin versuchte die Schauspielerin, die Ehe gerichtlich annullieren zu lassen. Der Konflikt zog sich über Jahre hin. 2019 wurde die kirchenrechtliche Verbindung schließlich durch ein Urteil der Römischen Rota für nichtig erklärt. Wegen der unterschiedlichen zivil- und kirchenrechtlichen Verfahren sollte Rigau daher nicht ohne Erläuterung als ihr regulärer zweiter Ehemann bezeichnet werden.

Hatte Gina Lollobrigida Kinder?

Gina Lollobrigida hatte einen Sohn. Andrea Milko Škofič wurde am 28. Juli 1957 in Rom geboren. Sein Vater war Milko Škofič.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn galt besonders in ihren letzten Lebensjahren als angespannt. Andrea Milko Škofič äußerte öffentlich Sorgen über die Verwaltung des Vermögens seiner Mutter und den Einfluss ihres Assistenten Andrea Piazzolla.

Auf Initiative ihres Sohnes beschäftigten sich italienische Gerichte mit Lollobrigidas finanzieller Situation. 2021 bestätigte Italiens Kassationsgericht die Einsetzung einer Unterstützungsperson für bestimmte Vermögensangelegenheiten. Das Gericht erklärte sie nicht grundsätzlich für unzurechnungsfähig, sah sie aber in finanziellen Fragen als besonders schutzbedürftig an.

Gina Lollobrigida als Fotografin und Bildhauerin

Als ihre Filmrollen seltener wurden, begann Gina Lollobrigida eine zweite bemerkenswerte Karriere. Sie arbeitete als Fotojournalistin und porträtierte zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, darunter Paul Newman, Audrey Hepburn, Salvador Dalí, Henry Kissinger und Ella Fitzgerald.

Einen besonderen journalistischen Erfolg erzielte sie 1974. Damals reiste sie nach Kuba und führte ein exklusives Interview mit Fidel Castro. Außerdem fotografierte sie den kubanischen Staatschef. Castro schenkte ihr eine persönlich gewidmete Uhr, die später zu den bekanntesten Erinnerungsstücken aus ihrem Nachlass gehörte.

Darüber hinaus beschäftigte sich Gina Lollobrigida intensiv mit Malerei und Bildhauerei. Ihre Skulpturen wurden unter anderem in Paris, Moskau und Venedig ausgestellt. Sie selbst betonte wiederholt, dass sie ursprünglich Kunst studiert habe und eher zufällig Schauspielerin geworden sei.

Politisches und soziales Engagement

Gina Lollobrigida engagierte sich auch außerhalb von Film und Kunst. 1999 wurde sie zur Sonderbotschafterin der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ernannt.

Mehrfach versuchte sie außerdem, in die Politik einzusteigen. 1999 kandidierte sie erfolglos für das Europäische Parlament. Im Jahr 2022 trat sie im Alter von 95 Jahren noch einmal bei der italienischen Parlamentswahl an, erreichte jedoch kein Mandat.

2013 ließ Gina Lollobrigida einen großen Teil ihrer Schmucksammlung bei Sotheby’s versteigern. Der Erlös lag bei fast fünf Millionen US-Dollar und sollte nach damaligen Angaben Forschungsprojekten im Bereich der Stammzelltherapie zugutekommen.

Wann und woran starb Gina Lollobrigida?

Gina Lollobrigida starb am 16. Januar 2023 in einer Klinik in Rom. Sie wurde 95 Jahre alt. Ihre Agentin bestätigte den Tod, nannte zunächst jedoch keine konkrete Todesursache.

Einige Monate zuvor hatte die Schauspielerin nach einem Sturz eine Operation am Oberschenkelknochen überstanden. Ob dieser Unfall unmittelbar mit ihrem Tod zusammenhing, wurde öffentlich nicht bestätigt. Angaben über eine bestimmte Gina-Lollobrigida-Todesursache sollten deshalb vorsichtig behandelt werden.

Nach einer Trauerfeier in Rom wurde die Filmlegende in ihrem Geburtsort Subiaco beigesetzt.

Streit um Gina Lollobrigidas Erbe

Nach dem Tod von Gina Lollobrigida rückte ihr Testament in den Mittelpunkt. Demnach sollten ihr Sohn Andrea Milko Škofič und ihr langjähriger Assistent Andrea Piazzolla grundsätzlich jeweils die Hälfte des Nachlasses erhalten. Zugleich musste das italienische Pflichtteilsrecht berücksichtigt werden.

Über die genaue Höhe von Gina Lollobrigidas Vermögen existieren widersprüchliche Angaben. In manchen Berichten war von rund zehn Millionen Euro die Rede. Andere, wesentlich höhere Schätzungen sind nicht zuverlässig belegt. Zudem wurde berichtet, dass ein erheblicher Teil ihres früheren Vermögens nicht mehr vorhanden gewesen sei.

Andrea Piazzolla hatte seit 2009 für Gina Lollobrigida gearbeitet und war später zu einem engen Vertrauten geworden. Ihr Sohn warf ihm vor, seine Mutter finanziell ausgenutzt zu haben. Piazzolla bestritt, gegen ihren Willen gehandelt zu haben, und erklärte, die Schauspielerin habe ihm aus freien Stücken Geschenke gemacht.

Im November 2023 verurteilte ein Gericht in Rom Piazzolla wegen der Veruntreuung beziehungsweise missbräuchlichen Verwendung von Vermögenswerten zu drei Jahren Haft. Er kündigte an, gegen das Urteil vorzugehen. Deshalb müssen Berichte über den Nachlass zwischen dem Testament, den zivilrechtlichen Ansprüchen der Erben und dem gesonderten Strafverfahren unterscheiden. Associated Press, People

Welche Auszeichnungen erhielt Gina Lollobrigida?

Gina Lollobrigida gewann im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Preise. Dazu gehörten mehrere David-di-Donatello-Auszeichnungen, zwei Nastro-d’Argento-Preise und mehrere Bambis.

Darüber hinaus wurde sie mit hohen staatlichen und kulturellen Ehrungen ausgezeichnet. Frankreich ehrte sie unter anderem mit der Ehrenlegion und dem Ordre des Arts et des Lettres. In Italien wurde sie zur Großoffizierin des Verdienstordens der Italienischen Republik ernannt.

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Häufige Fragen zu Gina Lollobrigida

Wie alt wurde Gina Lollobrigida?

Gina Lollobrigida wurde 95 Jahre alt. Sie kam am 4. Juli 1927 zur Welt und starb am 16. Januar 2023.

Wie hieß Gina Lollobrigida mit richtigem Namen?

Ihr vollständiger Geburtsname lautete Luigia Lollobrigida. Gina verwendete sie als Kurz- und Künstlernamen.

Wer war Gina Lollobrigidas Ehemann?

Gina Lollobrigida war von 1949 bis 1971 mit dem slowenischen Arzt Milko Škofič verheiratet. Die später registrierte Verbindung mit Javier Rigau war Gegenstand komplizierter Rechtsverfahren.

Hatte Gina Lollobrigida einen Sohn?

Ja. Ihr einziger Sohn heißt Andrea Milko Škofič und wurde 1957 geboren. Sein Vater ist Lollobrigidas früherer Ehemann Milko Škofič.

Woran starb Gina Lollobrigida?

Eine eindeutige offizielle Todesursache wurde bei der ersten Bekanntgabe ihres Todes nicht genannt. Gina Lollobrigidas starb in einer Klinik in Rom, nachdem sie wenige Monate zuvor wegen eines Oberschenkelbruchs operiert worden war.

Wie hoch war Gina Lollobrigidas Vermögen?

Die genaue Höhe ist nicht öffentlich gesichert. Rund um ihren Nachlass wurden unterschiedliche Summen genannt. Häufig verbreitete Schätzungen im zwei- oder dreistelligen Millionenbereich sollten deshalb nicht als bestätigte Fakten dargestellt werden.

Wer erbte Gina Lollobrigidas Vermögen?

Ihr Testament sah ihren Sohn Andrea Milko Škofič und ihren Assistenten Andrea Piazzolla als Begünstigte vor. Die endgültige Verteilung wurde jedoch durch Pflichtteilsfragen, Strafverfahren und Auseinandersetzungen über frühere Vermögensübertragungen erschwert.

Was waren Gina Lollobrigidas bekannteste Filme?

Zu ihren bekanntesten Filmen zählen „Brot, Liebe und Fantasie“, „Trapez“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Salomon und die Königin von Saba“ sowie „Komm September“.

Fazit: Gina Lollobrigida bleibt eine Ikone

Gina Lollobrigida war weit mehr als ein Schönheitsideal des europäischen Nachkriegskinos. Sie setzte sich in einer von Männern geprägten Filmindustrie durch, spielte an der Seite der größten Stars ihrer Zeit und baute anschließend eine zweite Karriere als Fotografin und Bildhauerin auf.

Ihr spätes Leben wurde zwar von Familienkonflikten, Gerichtsverfahren und Auseinandersetzungen um ihr Vermögen überschattet. Dennoch bleibt ihr künstlerisches Lebenswerk entscheidend. Mit ihrem Tod im Januar 2023 verlor Italien eine seiner letzten großen internationalen Filmikonen des 20. Jahrhunderts.